US-Elektroautobauer
Tesla plant selbstfahrendes Auto in drei Jahren

Der Autofahrer lenkt nicht mehr selbst, ein Computer übernimmt. Experten rechnen damit, dass es mindestens zehn Jahre dauern wird, bis aus der Vision Realität wird. Tesla will es innerhalb von drei Jahren schaffen.
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San FranciscoDer US-Elektroautobauer Tesla arbeitet an einem selbstfahrenden Auto. Es solle innerhalb von drei Jahren auf den Markt kommen, kündigte Konzernchef Elon Musk am Mittwoch in der „Financial Times“ an. Der Pionier der Branche will damit wie andere Hersteller auf den neuesten Zukunftstrend aufspringen - und dem Fahrer weitgehend die Aufgaben der Steuerung abnehmen.

Ein Autopilot könne über ein Computersystem 90 Prozent der Kontrolle des Fahrzeugs übernehmen, erläuterte Musk. Die Entwicklung eines Autos, das dem Fahrer alles abnimmt, würde länger als drei Jahre dauern, sagte Musk. Bei dem Bau setzt Tesla auf die eigene Technologie.

Die Autobranche sieht in dem autonomen Fahren einen vielversprechenden Zukunftstrend. Experten rechnen damit, dass zehn bis 15 Jahre vergehen werden, bis selbstfahrende Autos Realität sind. Der von Tesla genannte Zeitplan gilt daher als vergleichsweise ehrgeizig. Alle großen Hersteller sowie Zulieferer und auch eigentlich branchenfremde Konzerne arbeiten mittlerweile an dem Projekt Fahren ohne Fahrer: Daimler will bis 2020 ein selbstfahrendes Auto anbieten. Der japanische Autobauer Nissan will ebenfalls bis 2020 einen Wagen entwickeln, der vollständig computergesteuert fahren kann.

Der US-Internetkonzern Google hat in den USA zahlreiche Fahrzeuge zu selbstfahrenden Autos umgebaut, die durch die Straßen Kaliforniens und Nevadas kurven. Unter anderem kommen Videokameras und Radarsensoren zum Einsatz, um die Autos unfallsicher durch den Verkehr zu navigieren. Zu klären sind vor allem Sicherheitsfragen, auch rechtliche. So muss nach derzeitigem EU-Recht ein Fahrer sein Fahrzeug zu jeder Zeit selbst kontrollieren.

Und selbst die Elektromobilität ohne Auto-Pilot hat in Deutschland noch nicht den Durchbruch geschafft. Dennoch hält die Bundesregierung an ihrem Ziel fest, bis 2020 eine Million Elektroautos auf deutsche Straßen zu bekommen. Anders als einige europäische Nachbarstaaten will Deutschland keine Kaufprämien bezahlen, um der neuen Technologie auf die Beine zu helfen.

Von den rund 43 Millionen Pkws hierzulande sind gerade einmal gut 7000 Elektroautos. Experten sehen vor allem die hohen Kosten und die fehlende Infrastruktur als Hindernis dafür, dass mehr Elektroautos gekauft werden. Zudem ist die Reichweite der Batterien noch begrenzt. Die Unternehmen setzen aber weiter darauf: BMW gibt noch im Tagesverlauf den Startschuss für seine E-Auto-Produktion.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Tesla ist im Moment die einzige Organisation die es schaffen könnte die Öl/Auto-Macht anzuzählen, und dann mit vorhersagbarem wertlosem Öl die ganze weltpolitische Situation in Bewegung zu setzen. Ich hoffe dass ich das noch erleben darf. Ganz nebenbei würde auch der Planet und seine Menschen besser atmen.

  • Grosse Ankündigungen sind immer ein Symptom von Verlegenheit und zeigen eigentlich nur dass es nicht so gut läuft. Sie zielen doch vor allem darauf Investoren zu überzeugen oder Gläubiger zu beruhigen. Wer wirklich erfolg hat und gut verkauft hält das Maul und konzentriert sich darauf das verdiente Geld wieder effektiv zu investieren.

  • Wer braucht denn so einen Blödsinn? Sind durch die vielen neuen Sichergheitsvorrichtungen in den Neuwagen die Autos nicht immer schwerer und teurer geworden? Wie viel unnötige, teure Elektronik, die auch ständig das Gewicht erhöht, kutschieren wir denn schon durch die Gegend?

    Und was macht das für einen Sinn, wenn ich zum Wechseln des Fahrlichts das halbe Auto zerlegen muß?

    Wir fahren ganz bewußt deutsche Youngtimer, wo man zur Not auch selber mal etwas machen kann. Wenig Elektronik, ein Schlüssel ohne Fernbedienung, keine elektrischen Fensterheber, lediglich Servolenkung und Bremskraftverstärker. Das reicht völlig aus und ist auch noch nachhaltig.

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