US-Ölfirma fordert vor Gericht Rechte an einem Gasfeld ein
BASF und Eon bangen um Gasprojekt

Das Wettrennen der beiden Konkurrenten Eon und BASF um ein lukratives Gasfeld in Russland hat eine überraschende Wende genommen: Eine kleine US-Ölgesellschaft meldet vor einem Gericht in Texas Eigentumsrechte an dem Feld an. Die Moncrief Oil International Inc. verklagt sowohl den Besitzer des Feldes, den russischen Gazprom-Konzern, als auch die Gasgesellschaften von BASF und Eon, Wintershall und Ruhrgas.

HB MOSKAU/DÜSSELDORF. Das geht aus dem Emissionsprospekt für eine neue Eurobond-Anleihe von Gazprom hervor, für die gerade eine Roadshow-Präsentation läuft.

Moncrief Oil fordert von Gazprom Schadenersatz in Höhe von mehreren Milliarden Dollar und will in einer Feststellungsklage klären lassen, dass die beiden deutschen Unternehmen keine Ansprüche besitzen. Das Unternehmen behauptet, mit der Gazprom-Tochter Sapsibgazprom 1997 einen Joint-Venture-Vertrag geschlossen zu haben, in dem die gemeinsame Ausbeutung des Vorkommens Juschno-Russkoje in Westsibirien vereinbart wurde.

Gazprom war zu einer Aussage nicht zu erreichen. Allerdings war zu erfahren, dass „die Rechtslage geprüft wird“. Dazu hat der Konzern 180 Tage Zeit, ebenso wie Wintershall und Eon Ruhrgas. Gazprom nimmt die Schadenersatzklage aber so ernst, dass der Konzern sie als Risiko für Anleger in den Emissionsprospekt aufgenommen hat.

Juschno-Russkoje gilt als attraktives Gasfeld, weil es wegen seiner geringen Tiefe verhältnismäßig leicht zu erschließen ist. Die förderbaren Reserven von über 500 Mrd. Kubikmeter würden rein rechnerisch ausreichen, um den Jahresbedarf von Deutschland für rund fünf Jahre zu decken. Das Gas soll über eine neue Pipeline durch die Ostsee nach Westeuropa transportiert werden.

Im April unterzeichnete Gazprom mit BASF eine Absichtserklärung für eine umfassende Kooperation. Kernpunkt ist ein Joint Venture zur Erschließung von Juschno-Russkoje, an dem BASF 49 Prozent halten soll. Die beiden Partner planen Investitionen von einer Mrd. Dollar. BASF schnappte das Projekt dem Konkurrenten Eon vor der Nase weg, mit dem Gazprom zunächst monatelang verhandelt hatte. Eon ist allerdings weiter interessiert und will noch als dritter Partner in das Projekt einsteigen.

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