US-Pharmakonzern
Viagra-Hersteller stärkt sich mit Generika

Der US-Pharmakonzern Pfizer greift im Geschäft mit patentfreien Medikamenten an. Er will den bislang vernachlässigten Bereich künftig aktiv voranbringen und durch Lizenzkäufe und Übernahmen ausbauen.

FRANKFURT. Das machte der Chef der dafür neu geschaffenen Einheit, David Simmons, im Gespräch mit dem Handelsblatt deutlich. "Wir wollen in diesem Bereich unser Produktportfolio verbreitern", sagte Simmons. Dazu könne das Unternehmen "neue Produkte selbst entwickeln, Lizenzen zukaufen oder Unternehmen akquirieren".

Der weltgrößte Pharmakonzern hat diesen Strategieschwenk schon mit konkreten Maßnahmen untermauert. So hat Pfizer gerade erst mehrere Dutzend Produktlizenzen von dem indischen Generikahersteller Aurobindo gekauft. Doch Simmons räumt bereits ein, dass Lizenz-Deals wie mit Aurobindo alleine kaum ausreichen, um die strategischen Wachstumsziele zu erreichen. So wird im Markt bereits spekuliert, dass Pfizer an den zum Verkauf stehenden Generikaherstellern Ratiopharm oder Actavis interessiert ist. Simmons wollte diese Vermutungen nicht kommentieren.

Auch der Branchenzweite Sanofi-Aventis steuert seit kurzem einen expansiveren Kurs in diesem Feld, so zum Beispiel durch die Übernahme der tschechischen Generikafirma Zentiva. Spezialisierte Hersteller von patentfreien Nachahmerprodukten (Generika), darunter Firmen wie Teva, Mylan, Stada oder Ratiopharm, müssen sich damit auf härteren Wettbewerb vonseiten der Originalhersteller einstellen.

Bisher spielten patentfreie Medikamente für Pfizer wie auch für die meisten anderen forschenden Arzneimittelhersteller strategisch eine völlig untergeordnete Rolle. Lediglich der Schweizer Konzern Novartis verfolgt mit seiner Generikatochter Sandoz seit längerem bereits eine Expansion in dem Bereich.

Doch der Druck auf die großen Pharmakonzerne wächst: Viele wichtige Patente laufen ab, es fehlen die Neuentwicklungen, und die zunehmende Konkurrenz durch Nachahmermedikamente verschärft den Preiskampf. Außerdem wollen sie das Geschäft in den Schwellen- und Entwicklungsländern forcieren. "Dort benötigen sie ein breiteres Produktprogramm mit älteren und preiswerteren Medikamenten", sagt der Branchenexperte Thimo Sommerfeld von der Beratungsfirma Abolon.

Seite 1:

Viagra-Hersteller stärkt sich mit Generika

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%