Vattenfall
Energiekonzern treibt Braunkohleverkauf voran

Der schwedische Energiekonzern hat Interessenten für seine deutsche Braunkohle gefunden. Jetzt fordert er verbindliche Offerten ein. Neben einigen Ausländern ist auch ein deutscher Bieter noch immer im Rennen.

DüsseldorfDer schwedische Energiekonzern Vattenfall hält sich beim Verkauf seiner deutschen Braunkohlesparte weiter mehrere Optionen offen. Gemeinsam mit der beauftragten Investmentbank Citigroup hat das Unternehmen jetzt mehrere Interessenten aufgefordert, ein verbindliches Gebot abzugeben. Die Offerten müssen in der ersten März-Woche vorliegen, wie das Handelsblatt aus mit der Transaktion vertrauten Kreisen erfuhr. Nach wie vor im Rennen sollen dem Vernehmen nach unter anderem die beiden tschechischen Energiekonzerne EPH und CEZ sowie der deutsche Stromproduzent Steag sein. Aber auch Finanzinvestoren hatten ihr Interesse bekundet.

Vattenfall hat sowohl seine Braunkohleförderung in der ostdeutschen Lausitz als auch die dazu gehörenden Braunkohlekraftwerke sowie Wasserkraftwerke zum Verkauf gestellt. Kurz vor Weihnachten mussten die Interessenten zunächst unverbindliche Offerten abgeben. Vattenfall hat sich nun aber dagegen entschieden, sich schon auf einen Bieter festzulegen. Stattdessen sollen mehrere Unternehmen Zugang zu den Geschäftsdaten der Braunkohlesparte erhalten. Vattenfall will den Interessenten so auch die Möglichkeit geben, sich zu Konsortien zusammen zu schließen. Steag soll bereits mit dem Finanzinvestor Macquarie bieten.

In Branchenkreisen hieß es, es sei spannend, ob tatsächlich alle Interessenten auch ein verbindliches Gebot abgeben würden und ob Vattenfall auf einen nennenswerten Betrag hoffen könne. Noch wirft die Braunkohlesparte zwar einträgliche Gewinne ab. Vattenfall verkauft zum einen die Braunkohleförderung in der Lausitz - und damit das zweitgrößte deutsche Fördergebiet nach dem rheinischen Revier von RWE. Dazu gehören die vier Tagebaue Jänschwalde, Nochten, Reichwalde und Welzow-Süd. Ein fünfter Tagebau, Cottbus-Nord, geht noch vor Weihnachten außer Betrieb. Zum anderen will Vattenfall die Braunkohlekraftwerke Boxberg, Jänschwalde, Schwarze Pumpe und den Block Rdes Kraftwerks Lippendorf abgeben. Zehn Wasserkraftwerke gehören ebenfalls zum Paket.
Allerdings würde der Käufer ein Geschäft mit Verfallsdatum übernehmen. Im Zuge der Energiewende ist klar, dass die Braunkohle nur noch für einen begrenzten Zeitraum gefördert werden kann. Aus Kreisen der Bieter wird deshalb auch eine Klarstellung aus der Politik gefordert, welche Zukunft die Braunkohle in den kommenden Jahren noch haben wird. Gleichzeitig drängen Vertreter von Arbeitnehmern und Gewerkschaften auf eine nachhaltige Lösung.

Eine unverbindliche Offerte hatte auch Vrsanska Uhelna abgegeben, ein Tochterunternehmen der Czech-Coal-Gruppe. Soweit ist Greenpeace nicht gekommen. Die Umweltschützer hatten im Oktober angeboten, die Braunkohlesparte mit einer Stiftung abzuwickeln, wurden aber vom Prozess ausgeschlossen.

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