Verandlungen um Opel-Übernahme
GM verzichtet auf Rückkaufoption

General Motors ist bereit, auf eine Rückkaufoption für seine frühere Tochter Opel zu verzichten. Wie das Handelsblatt aus Unternehmens-Kreisen erfuhr, wird die Rückkaufoption nicht mehr ernsthaft verfolgt. Damit hat sich Magna durchgesetzt – und die Verhandlungen um den Verkauf des Autobauers biegen auf die Zielgerade.

BERLIN/FRANKFURT. Eine Rückkaufoption des GM-Konzerns für Opel ist vom Tisch. Nach übereinstimmenden Angaben aus Kreisen von General Motors, des Opel-Bieters Magna und der Bundesregierung spielt das Thema in den Verhandlungen keine Rolle mehr. Einschränkend hieß es lediglich in GM-Kreisen, man behalte sich vor, das Thema erneut anzusprechen. Es werde aber nicht mehr als prioritär angesehen.

Ende Juni hatte es noch geheißen, der einstige Opel-Mutterkonzern habe eine Rückkaufoption zur Bedingung für einen Verkauf der Opel-Mehrheit an Magna gemacht. Nach erfolgreicher Sanierung wolle GM die Tochter zurück.

Die Bundesregierung hatte das Thema Rückkaufoption von Anfang an kritisch gesehen. Diese widerspreche grundsätzlich den Überlegungen der Bundesregierung, hieß es unmittelbar nach Bekanntwerden der GM-Forderung. Schließlich habe man darum gekämpft, Opel aus dem GM-Konzern herauszulösen, um zu verhindern, dass deutsche Steuergelder am Ende in den USA landeten. Mit einer Rückkaufoption rücke genau dieses Problem wieder „verdächtig nahe“, kritisierten Regierungsvertreter damals.

In Verhandlungskreisen hieß es jetzt, die Gespräche zwischen Magna und GM kämen zwar insgesamt gut voran. Probleme gebe es aber noch bei der Frage der Lizenznutzung durch Opel und bei der Abgrenzung der Marktgebiete. „Das ist noch nicht in trockenen Tüchern“, sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person. Selbst auf die Frage, in welchem Umfang Opel künftig selbst Forschungs- und Entwicklungsarbeit betreiben dürfe, wolle GM noch Einfluss nehmen. GM überziehe an einigen Stellen, hieß es in den Kreisen weiter.

Die Parallelverhandlungen des amerikanischen Autobauers mit anderen Investoren sieht man in der Bundesregierung skeptisch. „Offenbar hat General Motors ein gesteigertes Interesse an dem belgischen Investor RHJ“, hieß es in Regierungskreisen. Dort fürchtet man, dass sich ein Rückkauf vertraglich nicht ausschließen lässt.

Magna steht nicht nur durch GM unter Druck, auch die eigenen Kunden protestieren gegen den geplanten Einstieg bei Opel. So drohen offenbar mehrere Autokonzerne damit, die bestehenden Entwicklungsaufträge zu kündigen, sollte Magna künftig in Eigenregie Autos bauen. Bislang agiert das Unternehmen als Zulieferer und Auftragsfertiger kompletter Fahrzeuge. Neben anderen Herstellern soll Chrysler mit entsprechenden Sanktionen gedroht haben, erfuhr das Handelsblatt aus Verhandlungskreisen.

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