Verbandsprognose
Bei Waschmaschinen und Co. drohen Preissteigerungen

Für Elektro-Hausgeräte müssen Verbraucher nach Einschätzung des Branchenverbandes ZVEI im kommenden Jahr tiefer in die Tasche greifen. Auf der anderen Seite, so proheizeit die Branche, sei der Kunde auch bereit, für gute Qualität wieder mehr Geld zu zahlen.

HB FRANKFURT. Als Gründe für die Teuerung bei den Hausgeräten führt der Verband die von März 2006 an vorgeschriebene Rücknahme von Altgeräten sowie die stark gestiegenen Preise für Energie und Rohstoffe an. Dies sagte das zuständige Vorstandsmitglied im Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), Reinhard Zinkann, am Dienstag in Frankfurt.

„Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und sind auf die Rücknahme gut vorbereitet. Aber selten ist auf einen Schlag ein solch großer zusätzlicher Kostenblock auf die Hersteller zugekommen“, sagte Zinkann. Am stärksten würden die Preise bei schwer zu entsorgenden Geräten wie etwa Kühlschränken steigen. Geringer sei der Aufwand bei Kleingeräten wie etwa einem Toastern oder einem Fön. Im Schnitt könnte der Anstieg 2 bis 3 Prozent betragen, schätzte Zinkann.

Bereits in den vergangenen Jahren hatte der Verband einen Anstieg der Preise vorhergesagt, der wegen des harten Wettbewerbs letztlich aber nicht durchgesetzt werden konnte. Kommendes Jahr werde der Kostendruck aber alle Hersteller gleich treffen, da auch Importeure für Entsorgung oder höhere Energiepreise zahlen müssten, meinte Zinkann. In den vergangenen Jahren nahm die Konkurrenz aus Asien zu; von dort kommen mittlerweile auch Geschirrspüler, Waschmaschinen oder Herde - bisher eine Domäne der deutschen und europäischen Industrie.

In Deutschland erwartet der Verband künftig ein verändertes Verbraucherverhalten. Es gebe Anzeichen, „dass der deutsche Verbraucher wieder mehr Wert auf Qualität legt und bereit ist, dafür etwas mehr zu bezahlen“, sagte Zinkmann. So habe sich der Umsatz mit Markengeräten trotz des harten Wettbewerbs der Discounter bereits stabilisiert. „Der Höhepunkt der „Möglichst-billig-Welle“ scheint überschritten.“ Potenzial sieht der Verband auch darin, dass ein Drittel der Großgeräte in deutschen Haushalten älter als zwölf Jahre seien. Abgesehen von Ersatzbeschaffungen lohne sich auch der Austausch funktionierender Geräte, da heutige Modelle beim Wasser- und Energieverbrauch deutlich effizienter seien.

Für das laufende Jahr prognostiziert der Verband aber noch einen Rückgang der Inlands-Umsätze zum fünften Mal in Folge. Er werde gemessen an den Hersteller-Abgabepreisen um 2 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro sinken. Im kommenden Jahr sei dagegen mit einem Wachstum von gut 2 Prozent im Inland zu rechnen. Denn die von der Bundesregierung geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer zum 1. Januar 2007 könnte zu vorgezogenen Käufen der Verbraucher führen. Im Export stiegen die Umsätze dagegen schon im laufenden Jahr. „Trübe Konjunktur beim Inlandsgeschäft, Sonnenschein dagegen beim Export“, sagte Zinkann.

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