Verbund-Anteil
Eon treibt Einstieg in der Türkei voran

Der Energiekonzern will sich unabhängiger vom deutschen Heimatmarkt machen und hat den türkischen Strommarkt ins Visier genommen. Insider berichten, dass schon sehr bald Anteile am türkischen Energieversorger Enerjisa an Eon gehen könnten.
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IstanbulDer Energiekonzern Eon treibt Insidern zufolge einen Einstieg in den schnell wachsenden türkischen Markt voran. Der österreichische Versorger Verbund verhandele mit Eon über einen Verkauf seiner Beteiligung an dem türkischen Energiekonzern Enerjisa, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters.

Möglich sei auch ein Anteilstausch, bei dem Eon Anteile an gemeinsam betriebenen Wasserkraftwerken abgebe, sagte eine Person. Eon hatte erst vor wenigen Tagen die Türkei als interessanten Markt bezeichnet, den der Konzern genau beobachte. Der größte deutsche Energieversorger lehnte am Freitag eine Stellungnahme ebenso ab wie Verbund. Von Enerjisa war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. An der Börse gab es zunächst keine starke Reaktion: Eon-Papiere notieren am Nachmittag gut 0,5 Prozent im Minus.

Das Geschäft könne Mitte September über die Bühne gehen, sagte einer der Insider. Der zweite Enerjisa-Eigentümer, die Sabanci Holding, dränge auf ein schnelleres Wachstum des Gemeinschaftsunternehmens und sei unzufrieden mit den Österreichern.

Enerjisa war 1996 von Sabanci gegründet worden, Verbund war 2007 eingestiegen. Die Österreicher halten 50 Prozent der Anteile. Enerjisa strebt bis 2015 einen Marktanteil von mindestens zehn Prozent am türkischen Strommarkt an. Das Unternehmen betreibt mehrere Gas- und Wasserkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 1650 Megawatt. Um die Kapazität auf 5000 Megawatt zu steigern, treibt das Unternehmen derzeit den Bau weiterer Anlagen voran, darunter einen Windpark.

"Es hat Gespräche gegeben zwischen Verbund und Eon über einen Anteilstausch", sagte eine Person aus dem Kreis der Unternehmen. Eon könne Anteile an Wasserkraftwerken, beispielsweise am Inn, an Verbund abgeben. "Eon strebt Joint Ventures in der Türkei an."

Eon-Chef Johannes Teyssen will den Konzern unabhängiger vom deutschen Heimatmarkt machen. Der Energiehunger in der Türkei ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Eon hatte dort bereits vor einigen Jahren Projekte, diese aber an den Konkurrenten RWE verkauft und stattdessen den russischen Strommarkt ins Visier genommen. Anfang dieses Jahres hatte Teyssen den Einstieg in den brasilianischen Markt angekündigt. Eon hat sich dazu an dem Versorger MPX des deutschstämmigen Milliardärs Eike Batista beteiligt. Den ebenfalls unter die Lupe genommenen indischen Strommarkt hat Teyssen hingegen vorerst wieder zu den Akten gelegt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Das ist eine Wirtschaftsblatt, daher bitte ich darum keine rassistischen Äusserungen abzugeben. Davon haben wir in anderen Medien bereits zuviele.

  • unverschämt, dass Handelsblatt solche rassistischen Äuserungen hier stehen lässt. Wohl nach den Zwickauer Mordserien immer noch nichts verstanden.

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