Verdacht auf Insiderhandel
Affäre um MAN-Aktien belastet US-Fonds Invesco

Die Affäre um den vermeintlichen MAN-Großaktionär Invesco treibt immer buntere Blüten. Auch einen Tag nach der Korrektur der Stimmrechtsanteile kann Invesco immer noch nicht beantworten, wie der Pensionsfonds fast fünf Wochen lang als Großaktionär von MAN firmierte, faktisch aber nur ein Prozent der Anteile besitzt. Nun ermittelt die BaFin wegen des Verdachts auf Insiderhandel.

MÜNCHEN/FRANKFURT. Eine Invesco-Sprecherin in Frankfurt erklärte den Vorgang mit einem „technischen Fehler“.

MAN korrigierte am Mittwoch überraschend eine Ad-Hoc-Mitteilung vom 30. September über die Stimmrechtsanteile von Invesco. Demnach halten die Amerikaner nicht wie zunächst berichtet 10,4 Prozent, sondern nur 1,04 Prozent an dem Dax-Konzern. MAN erklärte, jeweils umgehend auf die Mitteilungen Invescos und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) reagiert zu haben.

In der Mitteilung vom 30. September teilte MAN mit, dass Invesco am 11. September 10,4 Prozent des Konzerns übernommen habe und damit an einem Tag die meldepflichtigen Schwellen von drei, fünf und zehn Prozent übersprungen habe. Diese Nachricht elektrisierte die Märkte. Kurz zuvor hatten Aussagen des MAN-Aufsichtsratschefs Ferdinand Piëch MAN zum Mittelpunkt von Übernahmespekulationen gemacht, Piëch will MAN stärker in VW integrieren. Invesco wurde bereits als Strohmann von VW gehandelt.

Weitere Fragen blieben am Donnerstag offen: Obwohl Invesco die Phantom-Anteile am 11. September gekauft haben wollte, dauerte es noch drei Wochen, bis die Öffentlichkeit von dem vermeintlichen Einstieg erfuhr. Laut Wertpapierhandelsgesetz hätten die Amerikaner sowohl die BaFin als auch MAN vier Tage nach der Transaktion informieren müssen, spätestens drei Tage später hätte eine Ad-Hoc-Mitteilung erfolgen müssen. Experten wie der Münchener Aktienrechtsspezialist Klaus Rotter sehen daher auch MAN in der Pflicht.

Finanzkreisen zufolge habe es eine solche Mitteilung auch gegeben, deren Veröffentlichung sei aber an einem Formfehler gescheitert. Invesco habe statt der MAN SE, die nicht mehr vorhandene MAN AG angegeben, die BaFin habe die Stimmrechtsmitteilung zurückgehalten.

Die BaFin wollte die Information nicht kommentieren. Die Behörde will dennoch aufklären: „Wir ermitteln wegen des Verdachts auf Insiderhandel“, sagte eine Sprecherin der BaFin am Donnerstag.

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