Verhandlungen über Sanierung
VW gibt Gas, IG Metall bremst

Das VW-Management will die Sanierung des Autobauers schnellstmöglich angehen. Deshalb trifft sich die Chefetage am Mittwochabend mit Gewerkschaftsvertretern. Die haben es jedoch nicht so eilig und bringen damit den von VW-Chef Pischetsrieder vorgegebenen Zeitplan durcheinander.

HB HANNOVER. Personalvorstand Horst Neumann sagte am Mittwoch in Wolfsburg: „Wir müssen bald in ernsthafte Verhandlungen eintreten, weil wir unter großem Zeitdruck stehen.“ Es stünden wichtige Entscheidungen für Produkte und Komponenten an. Die IG Metall hatte erklärt, die Tarifverhandlungen könnten womöglich erst im September beginnen.

Am Nachmittag wollen sich Gewerkschaft und VW-Management zu einer zweiten Sondierungsrunde treffen, um die Sanierung zu erörtern. Die Gewerkschaft schließt nicht aus, dass ein weiteres Sondierungsgespräch mit der Geschäftsleitung nötig wird. Vom Ausgang dieser Gespräche macht die IG Metall abhängig, ob sie Tarifverhandlungen schon jetzt oder erst später aufnimmt.

Konzernchef Bernd Pischetsrieder hatte sich unlängst für eine Einigung bis Ende Juli ausgesprochen. Im August sind bei VW Werksferien. VW will im Zuge seiner Sanierung zur 35-Stunden-Woche bei gleichen Löhnen zurückkehren. Bei VW gilt noch die Vier-Tage-Woche mit 28,8 Stunden. Die Arbeitszeit-Regelung war unter Vorstandschef Ferdinand Piech eingeführt worden, um einen Stellenabbau zu vermeiden. Die Gewerkschaft befürchtet nun, dass durch die Rückkehr zur Fünf-Tage-Woche weit mehr Arbeitsplätze überflüssig werden als die schon angekündigten 20 000 Stellen, die der Konzern durch Abfindungen und Altersteilzeitregelungen abbauen will. Betriebsbedingte Kündigungen sind per Vertrag bis 2011 ausgeschlossen.

IG Metall verlangt verbindliche Zusagen

Die IG Metall verlangt vor einer Entscheidung über Sanierungs-Tarifverhandlungen mit Volkswagen konkrete Zusagen zur Auslastung der betroffenen sechs westdeutschen VW-Werke. „Ohne verbindliche Zusagen zur Auslastung der sechs Standorte und ohne ein Gesamtkonzept für die geplante Restrukturierung, ist eine Entscheidung über die Aufnahme von Tarifgesprächen mit VW nicht möglich“, sagte IG-Metall-Sprecher Jörg Köther.

Die Entscheidung über die Aufnahme von Verhandlungen werde erst nach weiteren internen Beratungen der zuständigen IG-Metall-Gremien fallen, sagte der Gewerkschaftssprecher weiter. Von dem Sondierungsgespräch am Mittwochabend sei noch zu keine Entscheidung zu erwarten. Das Gespräch werde nur die Entscheidungsfrage näher bringen.

Das VW-Management werde man nicht nur „mit konkreten Anforderungen konfrontieren, betonte Köther. Die IG Metall wolle in dem Sondierungsgespräch auch eigene Vorschläge zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit der Standorte unterbreiten. Vor allem durch verbesserte Produktionsabläufe und -prozesse könne man die Wirtschaftlichkeit der sechs Werke stärken. Dem Unternehmen liege dazu bereits seit einiger Zeit ein unterschriftsreife Rahmenvereinbarung vor.

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