"Verheerende Folgen" des Fehlverhaltens
BDI-Chef Thumann bangt um Ansehen der Wirtschaft

Die Debatte über das Fehlverhalten von Managern könnte dem Ansehen der deutschen Wirtschaft nach Ansicht von BDI-Präsident Jürgen Thumann großen Schaden zufügen. Deutschland ist Exportweltmeister, weil wir einen außerordentlich guten Ruf haben. Uns wird weltweit vertraut, weil wir gute Qualität liefern und zuverlässig sind", sagte Thumann dem Handelsblatt.

BERLIN. Unternehmer und Manager müssten "Ethik und Verantwortung hochhalten. Nur dann wird das Ausland weiter bei uns investieren", sagte der BDI-Präsident mit Blick auf die Vorwürfe gegen den scheidenden Post-Chef Klaus Zumwinkel und Schmiergeldzahlungen bei Siemens.

Die sich häufenden Berichte über Unregelmäßigkeiten seien "für die Akzeptanz unseres Wirtschaftssystems verheerend". Die Öffentlichkeit sehe darin "einen Systemfehler, einen Fehler der sozialen Marktwirtschaft". Dabei handele es sich "eindeutig um individuelles Fehlverhalten". Jeder einzelne Manager müsse "selbst einen Beitrag leisten, um öffentliches Misstrauen abzubauen". Diese gelte "heute noch mehr als früher", sagte Thumann.

Trotz der aktuellen Entwicklungen besteht aus Sicht Thumanns der moralische Grundkonsens, der die Regeln des Marktes trage, fort. "Nur einige wenige missachten ihn, um sich persönliche Vorteile zu verschaffen. Mit der Begründung, in der globalen Wirtschaft sei alles möglich - und jedes Handeln grenzenlos. Es ist für uns äußerst wichtig, den Konsens zu sichern. Wir sind nach wie vor erfolgreich, weil wir bekannt sind für Anstand und Ehrlichkeit. Ich verurteile, wenn jemand aus Gier glaubt, für ihn gelte der Grundkonsens nicht mehr", sagte Thumann.

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