Verkauf von Ex-Cell-O
IWKA will angeschlagene Tochter loswerden

Der Karlsruher Maschinenbaukonzern IWKA wird seine defizitäre Werkzeugmaschinen-Tochter Ex-Cell-O verkaufen. Auch einen Interessenten gibt es schon.

HB KARLSRUHE. Es gebe mehrere Interessenten für das Unternehmen aus Eislingen im Kreis Göppingen, sagte ein Konzernsprecher am Mittwoch und bestätigte einen entsprechenden Bericht der „Stuttgarter Zeitung“. Als Favorit gilt der Finanzinvestor Maxcor aus New York.

Ex-Cell-O setzte 2004 rund 180 Millionen Euro um und erlitt im ersten Halbjahr 2005 einen Verlust von 13,7 Millionen Euro. Im September wurde bekannt, dass das Unternehmen 100 der 570 Stellen abbauen will. Die IWKA-Tochter leidet unter Überkapazitäten und dem hohen Margendruck in der Automobil-Zulieferindustrie. IWKA steckt derzeit in der Sanierung und will sein Beteiligungsportfolio bereinigen.

Die „Stuttgarter Zeitung“ hatte berichtet, bei einem Treffen mit Betriebsräten habe der IWKA-Vorstandsvorsitzende Wolfgang Dietrich Hein verkündet, die IWKA habe eine Absichtserklärung (Letter of Intent) mit Maxcor unterschrieben. Dem Verkauf könne bereits bei der IWKA-Aufsichtsratssitzung am Donnerstag zugestimmt werden.

Die IWKA werde bei dem Verkauf kein Geld bekommen, hieß es weiter. Um die Tochterfirma loszuwerden, müsse der Maschinenbaukonzern im Gegenteil mehrere Millionen Euro zahlen. Insider rechneten sogar mit einem zweistelligen Millionenbetrag.

Bei der IWKA herrscht seit Monaten Unruhe. Der US-Finanzinvestor Guy Wyser-Pratte, inzwischen mit sieben Prozent an IWKA beteiligt, hatte in einem Streit um die Strategie des Konzerns den langjährigen Vorstandschef Hans Fahr und sechs Mitglieder des Aufsichtsrats zum Rücktritt gedrängt. Er forderte die Konzentration des breit aufgestellten Konzerns auf die profitable Robotersparte und die Trennung vom Verpackungsgeschäft. Der neue Vorstandschef Hein war zuletzt wieder auf den Großaktionär zugegangen und hatte zugesichert, alle Aktivitäten auf ihren künftigen Gewinnbeitrag prüfen zu lassen.

Wyser-Pratt hat inzwischen nach eigenen Angaben Kaufinteressenten für jede einzelne Sparte des Karlsruher Anlagenbauers. „Ich habe allein fünf Käufer für die Verpackungssparte und einen für Kuka“, hatte Wyser-Pratte am Wochenanfang erklärt. Zerschlagen wolle er das Unternehmen aber nicht. „Das ist absoluter Unsinn“, sagte Wyser-Pratte der „Financial Times Deutschland“ (Mittwochsausgabe). Von einer Zerschlagung habe er auch nie gesprochen. Auch Meldungen, wonach er die Robotik-Sparte verkaufen wolle, wies er zurück.

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