Verkauf von M+W Zander
Jenoptik kehrt zu den Ursprüngen zurück

Der Technologiekonzern Jenoptik hat nach mehreren gescheiterten Anläufen den Durchbruch beim Umbau des Unternehmens geschafft. Die Tochter M+W Zander wird an den Finanzinvestor Springwater verkauft. Was bleibt, ist das Geschäft, dass die die ehemalige Carl Zeiss Jena einst groß gemacht hatte.

HB BERLIN. Den Geschäftsabschluss gab Jenoptik am Montagmorgen bekannt. Mit dem Anlagenbauer M+W Zander trennt sich Jenoptik von zwei Dritteln des Umsatzes sowie von 6000 seiner 9000 Mitarbeiter. Ab 2006 konzentriert sich das Unternehmen auf den Ausbau seiner kleinen, aber profitableren Sparte Photonics. Darin ist das Optikgeschäft gebündelt: Laser, Blitzgeräte und Militärtechnik.

Der in der Tochter zusammengefasste Anlagenbau sowie das Gebäudemanagement sollten dieses Jahr einen Umsatz von bis zu 1,7 Milliarden Euro erzielen. Für Photonics wird mit knapp 400 Millionen Euro gerechnet. Während der Anlagenbau in der Vergangenheit nur Umsatzrenditen allenfalls knapp im positiven Bereich verzeichnete, liegen die Margen bei Photonics seit Jahren etwa bei zehn Prozent. Der von M+W Zander betriebene Bau von Fabriken für die Halbleiter- und Flachbildschirmindustrie ist zudem sehr kapitalintensiv.

Nach gescheiterten Verkaufsgesprächen in den vergangenen Jahren hatte Jenoptik 2005 erfolglos versucht, die Sparte an die Börse in Singapur zu bringen. Danach konzentrierte sich der Konzern auf Verkaufsgespräche mit Finanzinvestoren, die nun zum Erfolg führten. Analysten hatten in der Vergangenheit wiederholt betont, sie würden einen Verkauf der Beteiligung von knapp 73 Prozent an M+W Zander begrüßen. Die übrigen Anteile der Firma liegen in Familienbesitz. Der Verkauf der Jenoptik-Anteile soll im ersten Halbjahr 2006 vollzogen werden.

Springwater erklärte, die Finanzkraft des Investors biete M+W Zander exzellente Wachstumchancen. Jenoptik-Vorstandschef Alexander von Witzleben sagte, der Konzern wäre allein nicht in der Lage gewesen, das Wachstum sowohl des Anlagenbaus als auch von Photonics zu finanzieren.

Der Kaufpreis sei auf Basis eines Unternehmenswertes von rund 350 Millionen Euro errechnet worden, teilte der Konzern mit. Es fließe ein niedriger dreistelliger Millionen-Euro-Betrag. Nach Steuern werde sich aber dieses Jahr unter anderem wegen der Veräußerungskosten und Bewertungen nach der Bilanzrichtlinie IFRS ein Verlust ergeben. Eine konkrete Prognose zum Betriebsergebnis des Jenoptik-Konzerns 2005 sei wegen der Entkonsolidierung noch nicht möglich, hieß es. Das operative Ergebnis des Bereichs Photonics bleibe davon aber unberührt und werde im Rahmen der Erwartungen liegen. Operativ wollte der Konzern in diesem Jahr ursprünglich zwischen 60 und 70 Millionen Euro verdienen.

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