Verluste erneut reduziert
Medigene hofft auf neues Krebsmittel

Die Biotechfirma Medigene rechnet weiterhin in Kürze mit der deutschen Marktzulassung für das umsatzträchtige Prostatakrebsmittel Leuprogel. Im Quartal reduzierte das Unternehmen erneut seine Verluste und bekräftigte die Prognose für das Gesamtjahr.

HB MARTINSRIED. „Medigene erwartet die Marktzulassung von Leuprogel in Deutschland noch im Jahr 2003“, bekräftigte Vorstandschef Peter Heinrich am Mittwoch auf einer Telefonkonferenz. Auch den gesuchten Vertriebs-Partner für Leuprogel will die Firma noch bis Jahresende präsentieren. Mit Umsätzen aus dem Verkauf von Leuprogel ist nach Angaben von Finanzvorstand Alexander Dexne in diesem Jahr allerdings nicht mehr zu rechnen. Die auf die teure Erforschung von Medikamenten gegen Krebs spezialisierte MediGene hat im Laufe des Jahres aus Kostengründen verschiedene Forschungsprojekte eingestellt und verfolgt derzeit einen strikten Sparkurs. Die Medigene-Aktie legte am Mittwoch um knapp vier Prozent zu.

Ab 2004 sei mit „signifikanten Erlöse“ mit Leuprogel zu rechnen, kündigte Dexne an. Das Marktpotenzial von Leuprogel, für das Medigene die exklusiven Vermarktungsrechte in Europa besitzt, liegt nach Firmen-Schätzungen bei etwa 50 Millionen Euro. Mit der deutschen Zulassung für Leuprogel wird seit dem Ablauf der Zulassungsfrist im September gerechnet. Vor einem Monat hieß es jedoch, das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte habe noch Fragen offen. In den USA sind mehrere Dosierungen des Medikaments bereits zugelassen. Medigene besitzt die europäischen Vermarktungs- und Vertriebsrechte für Leuprogel. In den USA gehören die Lizenzrechte dem MediGene-Partner Atrix.

Einen künftigen Vertriebspartner für Leuprogel will Medigene ebenfalls noch bis Ende des Jahres bekannt geben und erwartet nach wie vor erste Einnahmen aus dieser Partnerschaft noch im laufenden Geschäftsjahr. Eine Sprecherin sagte, bei Abschluss der Partnerschaft werde es zu fixen Zahlungen vorab kommen, die nicht aus dem Umsatzerlös, sondern der Partnerschaft stammten. Medigene kündigt seit einiger Zeit an, dass ein Pharmaunternehmen den Vertrieb von Leuprogel übernehmen werde. „Die Verhandlungen sind weit fortgeschritten“, sagte Dexne zum Stand der Dinge.

Im dritten Quartal hat MediGene dank gesunkener Kosten den Verlust verringert und daraufhin seine Jahresprognose bekräftigt. Medigene werde 2003 wie angekündigt den Jahresfehlbetrag auf rund 30 (2002: minus 38,9) Millionen Euro reduzieren und das Jahr mit einem Barmittelbestand von 20 Millionen Euro abschließen, hieß es.

Den monatlichen Nettoverbrauch an Barmitteln (Cash-Burn) bezifferte die Firma für das dritte Quartal auf 2,38 Millionen Euro nach 2,66 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Ende September verfügte das Unternehmen nach eigenen Angaben noch über flüssige Mittel von 27,74 Millionen Euro. Den Quartalsverlust reduzierte Medigene im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 23 Prozent auf 6,5 Millionen Euro. Vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen wurde ein Fehlbetrag von 6,3 (Vorjahr 8,57) Millionen Euro verbucht.

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