Versorger
Gaspreise könnten eher sinken

Das Gaspreis ist an den Ölpreis gebunden - zum Ärger von Millionen Verbrauchern. Nun hat sich der Ölpreis halbiert, der Gaspreis bleibt allerdings auf hohem Niveau. Es gibt eben Verzögerungen, sagten die Versorger bisher. Nun haben sich mit EnBW und MVV zwei Konzerne entschlossen, die Gaspreise frühzeitig zu senken.

HB DÜSSELDORF. Der Energieversorger MVV will zum 1. Januar 2009 die Gaspreise senken. Die genaue Höhe stehe zwar noch nicht fest, MVV werde aber die Ersparnis bei der eigenen Gasbeschaffung „sofort und vollständig“ an die Kunden weitergeben, teilte das Unternehmen mit.

„Wir haben bei der Ankündigung der letzten Gaspreisanpassung zum 1. Oktober versprochen, die Preise bei zurückgehenden Einkaufskosten auch wieder zu senken. Dieses Versprechen werden wir einhalten“, sagte MVV-Energie-Vertriebsvorstand Matthias Brückmann.

Auch EnBW senkt wegen des starken Rückgangs des Ölpreises senkt den Gaspreis zum 1. Januar 2009. Gas werde im Bereich des Tarifs „Grundversorgung Erdgas Plus“ um durchschnittlich 4 Prozent billiger. Bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch einer Familie führe dies zu einer jährlichen Entlastung von etwa 50 Euro brutto. Das Unternehmen stellte eine weitere Senkung im Frühjahr 2009 in Aussicht. Die Entwicklung des Ölpreises wirke sich auf die Beschaffungskosten verzögert aus, erklärte der Versorger.

Die Bundesregierung hatte zuvor den Druck auf die Gaswirtschaft zu schnellen Preissenkungen erhöht: „Ich appelliere an die Gasunternehmen, angesichts der deutlich gefallenen Ölpreise ihre Preissenkungspotenziale rasch an die Verbraucher weiterzugeben“, sagte Energie-Staatssekretär Jochen Homann am Dienstag nach einem Gespräch mit Vertretern der Gaswirtschaft in Berlin.

Er erwarte, dass die Gaspreise „sehr bald in dem gebotenen Maße“ im Einklang mit dem Preisrückgang beim Öl abgesenkt würden. Ankündigungen einzelner Versorger, noch in diesem Jahr oder Anfang 2009 die Preise zu senken, seien ein gutes Signal, reichten aber nicht aus.

„Die jetzt sinkenden Ölpreise werden sich bei den Beschaffungskosten der Unternehmen niederschlagen, so dass Preissenkungen im nächsten Jahr wahrscheinlich sind“, erklärte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) nach dem Treffen. Einen konkreten Zeitpunkt nannte der Verband nicht. Dies hatten bereits zuvor Vertreter großer Energiekonzerne wie etwa E.ON und RWE vermieden. Sie stellten aber sinkende Gaspreise für den Fall in Aussicht, dass der Ölpreis niedrig bleibt oder weiter sinkt.

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