Versorgung der BRD gesichert
Gazprom kauft massiv neue Gasfelder

Mit massiven Zukäufen von Gasfeldern versucht der weltgrößte Gaskonzern, die russische Gazprom, absehbare Förderengpässe zu umgehen.

MOSKAU. Die Internationale Energieagentur (IEA) hatte kürzlich prognostiziert, dass Gazprom seinen eingegangenen, stark wachsenden Lieferverpflichtungen bei der anhaltend stagnierenden Gasförderung in Russland nicht vollständig erfüllen könne. Gazprom-Chef Alexej Miller wies dies gegenüber dem Handelsblatt zurück. Zugleich aber gab der drittteuerste börsennotierte Konzern der Welt zwei strategische Zukäufe bekannt.

Die eigene Gasförderung stagniert: Im vorigen Jahr wuchs sie nur noch um knapp 0,5 Prozent auf 547,9 Mrd. Kubikmeter Erdgas, gab das Unternehmen auf seiner Hauptversammlung in Moskau bekannt. „Allein die 2005 erkundeten neuen Gasvorkommen Gazproms reichten für Deutschlands Versorgung für 15 Jahre. Alle Langfristlieferverträge sind sicher bis 2016. Risiken gibt es nur, falls zusätzliche Mengen geordert werden sollten“, sagte Miller am Rande der HV gegenüber dem Handelsblatts. Die IEA und die Ratingagentur Standard & Poor´s hatten vor kurzem errechnet, dass Gazproms Förderung nicht reicht, um alle in Europa eingegangenen Lieferverpflichtungen, die angestrebte zusätzliche Belieferung Englands und Dänemarks sowie die ambitionierten Exportpläne in China zu erfüllen. Gazprom liefert rund ein Viertel des in Europa verbrauchten Gases.

Die Erklärung der zukünftigen ukrainischen Premierministerin Julia Tymoschenko, den nach mehrtägigen Lieferengpässen für Europa Anfang Januar ausgehandelten Liefervertrag für die Ukraine neu verhandeln zu wollen, wies Miller mit scharfen Worten zurück: „Solche Erklärungen beschwören eine neue ernsthafte Gaskrise herauf und beweisen, dass die Ukraine ein schwaches Glied in der Transit-Exportkette nach Europa ist“, so Miller.

Gazprom kauft zur Deckung der immer höheren Exportversprechen jetzt immer mehr unabhängige Gasförderer in Russland auf: Nachdem im vorigen Jahr bereits die Mehrheit an Nordgas und der Ölkonzern Sibneft übernommen wurde, gab Gazprom jetzt den Kauf von 20 Prozent der Aktien von Novatek sowie über seine Gazprombank den Kauf von 51 Prozent des großen Gasfeldes Beregowoje bekannt, das bisher Itera gehörte.

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