Vertraulicher Bericht veröffentlicht
EADS-Insider stehen im Internet

Eine Pariser Web-Site hat am Dienstag Teile des vertraulichen Berichts der französischen Börsenaufsicht AMF veröffentlicht, in dem der Airbus-Konzern EADS der Insidergeschäfte und der Irreführung der Märkte verdächtigt wird. Darin sind mehrere Konzernmanager gennant, darunter auch drei Deutsche.

Reuters/fo PARIS/MÜNCHEN. Der 94 Seiten lange Bericht nennt als Verdächtige namentlich die Aktionäre Daimler und Lagardère sowie 17 Manager, darunter auch die Deutschen Thomas Enders, Gustav Humbert und Stefan Zoller. EADS reagierte "schockiert" auf die Veröffentlichung der 18 ersten Seiten, die im Widerspruch zum Rechtsverfahren stehe.

Die Rechte der Verteidigung würden damit ignoriert, sagte ein Unternehmenssprecher. Die AMF müsse sicherstellen, dass die Betroffenen nicht öffentlich beschuldigt werden könnten und dass die Unschuldsvermutung gewahrt bleibe. "Der Konzern kann natürlich keinen Kommentar geben, solange er das vollständige Dokument und seine Schlussfolgerungen nicht gelesen und bewertet hat", ergänzte der Sprecher.

Die AMF hatte am 1. April den Verdacht bekräftigt, EADS habe 2006 Probleme mit den Airbus -Programmen A380 und A350 sowie eine Verschlechterung des Gewinnausblicks dem Markt nicht transparent gemacht und Manager hätten ihre Kenntnisse genutzt, um mit Aktienoptionen Kasse zu machen. Die Börsenaufsicht übergab das Dokument der Staatsanwaltschaft und seinem Sanktionsausschuss. Die AMF untersucht die Frage, ob Manager frühzeitig von Verzögerungen wussten und dieses Wissen für ihre eigenen Aktiengeschäfte nutzten.

In dem nun laufenden Verfahren erhalten die Beschuldigten die Gelegenheit, Verdachtsmomente zu widerlegen. Am Dienstag stellte die französische Info-Web-Site » Mediapart den AMF-Bericht teilweise ins Internet. Am 3. Oktober 2007 war bereits ein vertraulicher AMF-Zwischenbericht von der Tageszeitung "Figaro" veröffentlicht worden.

EADS befürchtet wegen des Verfahrens einen "signifikanten Imageschaden". Konzernchef Louis Gallois hat mehrfach bekräftigt, dass das Unternehmen bei der Marktinformation stets "höchsten Standards" genügt habe. Beobachter befürchten zudem eine Destabilisierung des Konzerns, wenn große Teile der Konzernführung wegen der Affäre zum Rücktritt gezwungen werden sollten.

EADS -Rüstungschef Zoller hatte zuvor Vermutungen zurückgewiesen, in den Insiderskandal beim Luft- und Raumfahrtkonzern verwickelt zu sein. "Ich habe mich völlig korrekt verhalten, dessen bin ich mir ganz sicher", betonte er am Dienstag auf einer Pressekonferenz in München. Zoller soll zu den führenden Konzernmanagern gehören, die frühzeitig von den Schwierigkeiten in der Flugzeugproduktion wussten.

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