Verunsicherung bei Kunden
Airbus brechen die Aufträge weg

Das erste Halbjahr lief für den europäischen Flugzeugbauer alles andere als rosig. Wegen Lieferverzögerungen beim doppelstöckigen A380 und Unklarheiten über die Ausgestaltung des geplanten Langstreckenfliegers A350 hielten sich die Kunden mit Aufträgen zurück. Im zweiten Quartal ging fast nichts mehr.

HB PARIS. Nach den am Montag in Paris vorgelegten Halbjahreszahlen gingen bei Airbus von Januar bis Juni 117 Flugzeugbestellungen ein. 2005 hatte diese Zahl im gleichen Zeitraum bei 276 gelegen. Damit fiel Airbus erstmals seit fünf Jahren bei den Bestellungen hinter Boeing zurück. Wie ein Sprecher in Toulouse sagte, stieg aber die Zahl der Auslieferungen von 189 auf 219.

Im Segment der Großraumflugzeuge mit den Modellen A330, A340 und A350 sowie dem von Lieferverzögerungen überschatteten Prestigeobjekt A380 verzeichnete Airbus nur 21 neue Aufträge, darunter 13 für das umstrittene Langstreckenflugzeug A350. Seit März gingen in diesem Segment überhaupt keine Bestellungen mehr ein. Bei den Flugzeugen mit kleinerem Rumpfdurchmesser verkaufte Boeing in der ersten Jahreshälfte immerhin noch 96 Maschinen.

Neues Modell des A350 soll bald kommen

Durch die geplante Überarbeitung des A350 könnten auf Airbus zudem Neuverhandlungen über die Lieferverträge für dieses Modell zukommen. Eine aktualisierte Version des bislang nur schleppend verkauften Flugzeugs soll laut Ankündigung von Airbus noch vor der Luftfahrtschau im englischen Farnborough in der kommenden Woche vorgestellt werden. Verschiedene Fluggesellschaften hatten bemängelt, dass im A350 zuviel Technik der Vorgängermodelle stecke. Boeings Konkurrenzmodell 787 „Dreamliner“ verkauft sich ob seiner völligen Neuentwicklung deutlich besser als der A350.

Für das Gesamtjahr peilt der zum EADS-Konzern gehörende Flugzeugbauer 420 Neubestellungen an. Die am ehesten vergleichbaren Zahlen für den Konkurrenten Boeing beziehen sich auf dessen Geschäfte bis zum 5. Juli dieses Jahres. Boeing verbuchte nach eigenen Angaben vom 1. Januar bis zum 5. Juli 480 Bestellungen und hatte 195 Jets ausgeliefert. Für den Dreamliner 787 lagen den Angaben zufolge 360 Bestellungen vor. Das Treibstoff sparende Langstreckenflugzeug soll 2008 auf den Markt kommen.

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