Verwaltungsrat der Schweizer spricht sich für BASF-Angebot aus
BASF greift nach Ciba

Der Chemiekonzern BASF will seinen Schweizer Konkurrenten Ciba schlucken. Mit der Offerte, die Ciba mit 3,8 Milliarden Euro bewertet, soll das Geschäftsfeld Spezialchemie von BASF gestärkt werden, wie die Unternehmen am Montag in Ludwigshafen und Basel mitteilten.

tor/HB LUDWIGSHAFEN/ZÜRICH. Pro Aktie würden 50 Schweizer Franken geboten, was einem Zuschlag von knapp einem Drittel gegenüber dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag entspricht. Im Kaufpreis von insgesamt 6,1 Mrd. Franken (3,8 Mrd. Euro) sind Cibas Schulden von 2,2 Mrd. Franken enthalten.

Der Verwaltungsrat von Ciba begrüßte das Angebot von BASF. Den Aktionären werde empfohlen, die Übernahmeofferte anzunehmen, hieß es. "Diese Transaktion basiert auf einem fairen Preis für unsere Aktionäre, offeriert von einem bevorzugten Eigentümer, um die zunehmenden Herausforderungen unserer Industrie zu bewältigen", sagte Verwaltungsratschef Armin Meyer. BASF habe zugesagt, wichtige Standorte in der Schweiz zu erhalten. So soll der Standort Basel auch künftig ein wichtiger Standort für Teile des kombinierten Geschäfts sein.

BASF-Chef Hambrecht kündigte allerdings bereits an, die Sanierung bei Ciba weiter vorantreiben zu wollen, etwa im Bereich Papierchemikalien: "Das wird teilweise auch harte Restrukturierungsmaßnahmen erfordern." Damit solle Ciba eine langfristige Perspektive erhalten. Details zum eventuellem Stellenabbau oder Einsparungen nannte Hambrecht allerdings nicht.

"Allein wäre der Weg sehr steinig geworden", sagte Meyer am Mittag auf einer Pressekonferenz in Zürich. Die Deutschen seien die einzigen Kaufinteressenten weit und breit. "BASF wird Ciba und ihren Kunden ein gutes neues Zuhause bieten", betonte Hambrecht. Der Chemieriese steige in den drei Ciba-Geschäftsbereichen Kunststoffzusätze, Beschichtungen und Wasser- sowie Papierchemikalien zur Nummer eins oder zwei der Welt auf.

"Die Prämie erscheint recht hoch und Ciba ist nicht unbedingt das attraktivste Ziel im Sektor", sagte ein Börsianer, der mit einer entsprechend negativen Kursreaktion der BASF-Aktie rechnet. In der Vorwoche hatte es zum wiederholten Male entsprechende Übernahmespekulationen gegeben.

Das Übernahmeangebot soll am 1. Oktober starten und bis zu 30 Tage lang laufen. BASF will die Transaktion spätestens im ersten Quartal kommenden Jahres unter Dach und Fach bringen. "Wir erwarten, dass sie im zweiten Jahr positiv zum Ergebnis pro Aktie beitragen wird", sagte Konzernchef Hambrecht. Der Milliardenkaufpreis bereitet BASF aber nach eigenen Angaben keine Probleme. Die Finanzierung sei gesichert, erklärte das Management. Das Angebot steht unter dem Vorbehalt, dass BASF mindestens 66,67 Prozent aller Namensaktien angedient werden.

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