Verzwickter Übernahmekampf
Zapf Creation droht ein heißer Sommer

Dem fränkischen Puppenhersteller Zapf Creation droht bis zur Hauptversammlung Ende August ein heißer Sommer. Der Aufsichtsrat verweigert den ehemaligen Vorständen die Entlastung, der Übernahmekampf wird immer verzwickter und nun wirft auch noch der Aufsichtsratschef das Handtuch.

HB RÖDENTAL. Nicht nur hat der Aufsichtsrat in seiner HV-Einladung vorgeschlagen, den meisten ehemaligen Vorständen die Entlastung zu verweigern. Im derzeit herrschenden Übernahmekampf um das angeschlagene Unternehmen hat sich ein dritter Akteur eingeschaltet. Die britische Trafalgar Asset Managers ließ Zapf wissen, dass sie 5,65 Prozent der Aktien halte. Weitere Angaben zu ihren Plänen wollte sie am Montag nicht machen.

Zudem teilte das Unternehmen am Montag mit, dass Martin Gruschka, Vorsitzender des Aufsichtsrates, seinen Rücktritt als erklärt hat. Gründe für den Rücktritt Gruschkas wurden nicht genannt. Gruschka war erst im Mai vergangenen Jahres in das Aufsichtsgremium eingezogen und vor einem Jahr zu dessen Vorsitzenden gewählt worden. Er hatte sich Anfang des Monats als einziges Mitglied des Aufsichtsrates nicht gegen das Übernahmeangebot des japanischen Spielwarenkonzerns Namco Bandai ausgesprochen und blieb damit auf einer Linie mit dem Vorstand.

Der Einstieg des Beteiligungsfonds zeige, dass die Branche auf ein höheres Übernahmegebot spekuliert, meint Analyst Roland Koenen vom Bankhaus Lampe. Für die Aktionäre von Zapf sei dies eine gute Entwicklung. Trotzdem rät der Analyst zum abwarten, bis klarer wird, wie die weitere Entwicklung bei Zapf aussieht. Weder habe der US-Spielwarenkonzern MGA Entertainment, der 19,4 Prozent an Zapf hält, ein konkretes Übernahmeangebot vorgelegt, noch habe er Angaben zur angestrebten Beteiligung gemacht.

Mit dem Einstieg des Hedgefonds Trafalgar spitzt sich die Situation eine Woche vor dem Ende der Übernahmefrist von Bandai zu. Denn mit der Übernahme von 5,65 Prozent durch Trafalgar und den 19,4 Prozent, die MGA direkt und indirekt hält, kann Bandai die selbst gesteckte Latte von mindestens 75 Prozent nicht mehr erreichen, wenn nicht einer der beiden Aktionäre verkauft.

Auch Gerhard Jäger von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) glaubt nicht, dass die vom japanischen Bandai-Konzern gebotenen 10,50 Euro je Zapf-Aktie das letzte Wort sein könnten. „Der erste Preis war wohl nicht das Ende der Fahnenstange“, so der Aktionärsschützer. Für den Zapf-Aktienkurs sei die aktuelle Entwicklung auf jeden Fall positiv.

Seit der Tamagotchi-Hersteller Namco Bandai im Juni seine Absicht veröffentlicht hat, Zapf vollständig zu übernehmen, notierte der Aktienkurs kontinuierlich über dem gebotenen Preis von 10,50 Euro. Am Montag legen die Aktien bis zum frühen Nachmittag um 0,4 Prozent auf 10,81 Euro zu, ihr Jahreshoch hatten sie im Juli mit 11,10 Euro markiert.

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