Vetorecht bei Verkauf gefordert
Frankreich fordert goldene Aktie bei GDF

Frankreich will sich bei seiner Beteiligung am fusionierten Unternehmen aus Gaz de France (GDF) und Suez nicht mit einer Sperrminorität begügen, um seinen Einfluss zu sichern.

HB PARIS. Der Staat soll eine „spezifische Aktie“ erhalten, dank derer der Regierung besondere Mitspracherechte hat in Bezug auf die Infrastruktur-Aktiva, etwa die Flüssiggas-Anlagen oder dem Leitungsnetz. Das kündigte am Freitag Finanzminister Thierry Breton an. Mit dieser Art „goldener Aktie“ habe der Staat zwar kein Veto-Recht in Sachen Eigentümerwechsel, versicherte ein Berater Bretons. Der Staat kann aber dank seiner Sonderrechte verhindern, dass der Konzern sich eines Tages zum Beispiel von dem Leitungsnetz trennen will. Ähnliche Einspruchsrechte habe die belgische Regierung in Bezug auf Infrastruktur-Aktiva des Stromversorgers Electrabel.

Minister Breton betonte, dass dieser Mechanismus nötig sei, um Frankreichs Energie-Versorgung langfristig abzusichern. Zwar geht derzeit die Europäische Union gegen solche „goldene Aktien“ rechtlich vor. Da Frankreichs Veto-Recht sich nicht auf die Eigentümer-Struktur sondern nur auf einige Aktiva bezieht, befürchtet Breton keinen Ärger mit Brüssel.

Das französische Parlament soll sich noch vor diesem Herbst mit dem Gesetz zur Privatisierung des Versorgers Gaz de France (GDF) befassen, kündigte Breton an. Das Gesetz ist Voraussetzung für die geplante Fusion mit Suez. Er bekräftige, dass der französische Staat einen Anteil „von mehr als einem Drittel“ an dem fusionierten Unternehmen haben und damit über die Sperrminorität verfügen wird. Damit machte er klar, dass die französische Regierung an dem geplanten Umtauschverhältnis der Suez in GDF-Aktien (formal übernimmt GDF Suez) von eins zu eins nicht rütteln lassen will.

Auf der Suez-Hauptversammlung hatten viele Aktionäre diese Umtauschquote kritisiert. Denn trotz Zahlung einer Sonderdividende von einem Euro zahlen die Suez-Eigner bei dem geplanten Deal drauf. Derzeit kostet ein Suez Papier knapp 30 Euro und eine GDF-Aktie nur 26 Euro.

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