Volkswagen in der Krise
Diesel-Skandal lässt VW-Absatz schrumpfen

Seit mehr als zehn Jahren kennen die Absatzzahlen von Volkswagen nur eine Richtung: nach oben. Doch der Diesel-Skandal setzt den Wolfsburgern einen Dämpfer auf. Die Auslieferungen sinken – nur nicht in Europa.

FrankfurtDer Abgasskandal und die Flaute in China haben Volkswagen 2015 den ersten Jahresabsatzrückgang seit mehr als einem Jahrzehnt eingebrockt. Weltweit lieferte der Konzern mit seinen zwölf Marken im vergangenen Jahr 9,93 Millionen Fahrzeuge aus. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Minus von zwei Prozent, wie der Konzern am Freitag mitteilte. Zum ersten Rückgang seit 2002 trugen neben dem Imageschaden durch die Manipulation von Diesel-Abgaswerten auch die schwache Nachfrage auf dem größten VW-Einzelmarkt China sowie der Einbruch in Russland und Brasilien bei. Darunter litt besonders auch das Nutzfahrzeuggeschäft.

VW-Chef Matthias Müller erklärte, ein Absatz von fast zehn Millionen Fahrzeugen sei angesichts der "Diesel-Thematik" im Schlussquartal und einigen schwierigen Märkten ein hervorragendes Ergebnis. Dieses Jahr werde nicht weniger herausfordernd. Die Manipulation von Abgaswerten bei weltweit elf Millionen Autos mit Diesel-Motoren wird dem Wolfsburger Konzern nach Einschätzung von Analysten auch in diesem Jahr bei den Verkaufszahlen zu schaffen machen.

Die Auslieferungen der Kernmarke VW gingen um 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 5,8 Millionen Fahrzeuge zurück. Während VW in Europa mit 1,7 Millionen Pkw zwei Prozent mehr verkaufte, sanken die Verkäufe in den USA, wo die Manipulation von Abgaswerten aufgedeckt worden war, um 4,8 Prozent auf knapp 350.000. In den USA konnten andere Konzernmarken, vor allem Audi und Porsche, die Scharte auswetzen, so dass die Auslieferungen des Zwölf-Marken-Imperiums um gut ein Prozent auf 607.100 Fahrzeuge stiegen.

Getroffen hat Volkswagen die schwache Nachfrage auf dem wichtigsten Einzelmarkt China. Im Sommer war der Autoabsatz dort gesunken, erholte sich aber zum Jahresende. Ob der Trend anhält, bleibt nach dem von Konjunktursorgen ausgelösten jüngsten Börsencrash in dem Riesenreich abzuwarten. Der Konzernabsatz in China sank um 3,4 Prozent auf 3,55 Millionen Fahrzeuge. Die Marke VW lieferte mit 2,63 Millionen Pkw 4,6 Prozent weniger aus als 2014.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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