Volkswagen
Piech will den direkten Zugriff auf das Lkw-Geschäft

Großes Stühlerücken bei Volkswagen: Der VW-Patriarch Piëch will den Durchgriff auf das Lkw-Geschäft und schickt zwei Topmanager zu MAN. So wird der Konzern zur Schaltzentrale für den Angriff auf den Weltmarkt.
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München/HamburgVolkswagen stärkt mit einem umfangreichen Personalumbau sein Lkw-Geschäft. Am heutigen Freitag werden der Aufsichtsrat des VW-Konzerns und am Samstag der MAN-Aufsichtsrat umfangreiche Personalentscheidungen treffen. Wie das Handelsblatt aus Konzernkreisen erfuhr, werden zwei Topmanager der Wolfsburger den MAN-Vorstand verstärken.

Der bisherige Audi-Einkaufsvorstand Ulf Berkenhagen soll als MAN-Vorstand nach München wechseln und von dort den Einkauf aller Lkw-Marken im Konzern übernehmen. Ihm folgt der erfahrene VW-Personalexperte Jochen Schumm, der das Personalwesen bei MAN neu organisieren soll. Und auch Scania-Chef Leif Östling bekommt eine neue Rolle: Der Schwede zieht als Koordinator für das Lkw-Geschäft in den VW-Vorstand ein und ersetzt dort Jochem Heizmann.

Mit diesen Rochaden wollen VW-Patriarch Ferdinand Piëch und Vorstandschef Martin Winterkorn eine jahrelange Hängepartie im Lkw-Geschäft beenden. Nach den milliardenschweren Mehrheitsübernahmen von Scania und MAN wollen die Wolfsburger endlich einen Lastwagenbauer schaffen, der es global mit dem Marktführern Daimler und Volvo aufnehmen kann. Piech will beweisen, dass im Lastwagenbau dasselbe Erfolgsrezept funktioniert wie im Autogeschäft: Mit Hilfe von technisch standardisierten und damit kostensenkenden "Baukästen" sollen MAN, Scania und VW Nutzfahrzeuge als eigenständige Marken die Weltmärkte aufrollen.

Die Schaltzentrale für das Projekt wird MAN. Scania im schwedischen Södertälje und die VW-Nutzfahrzeugtochter in Hannover werden den Münchenern untergeordnet. Koordiniert werden die Aktivitäten von einem Kompetenzzentrum, intern Expertise-Center genannt, am Konzernsitz in Wolfsburg. Den Anspruch an seine Mannschaft hat MAN-Chef Georg Pachta-Reyhofen bereits vor wenigen Wochen per Hausmitteilung formuliert. "Wir wollen bis 2020 die Nummer eins bei Commercial Vehicles werden", schrieb der Piech-Vertraute an seine 50 000 Mitarbeiter.

Jetzt bekommt er die Mittel dazu: Sein neuer Einkaufschef Berkenhagen erhält Durchgriff auch auf die bislang sperrige Konzernschwester Scania. Die Schweden hatten sich sehr zum Ärger von Volkswagen und MAN bislang einer tieferen Zusammenarbeit mit den Deutschen verschlossen, obwohl der Dax-Konzern VW die Mehrheit der Stimmrechte hält und VW-Chef Winterkorn den Aufsichtsrat von Scania führt.

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Strategische Rolle bleibt offen

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  • Um mit den Branchenriesen (Volvo u. Daimler)mithalten zu können ist dies der einzige Weg um ganz oben mitzuspielen. Motivierte Mitarbeitern werden die Veränderungen wohlwollend aufnehmen und mit Begeisterung den Gipfel stürmen.

  • der Vorstand der Volkswagen AG wird mit seiner Entscheidung
    Scania die Eigenständigkeit zu nehmen dieses Hochprofitable Unternehmen in die Mittelmässigkeit führen.Die Stärken von Scania liegen in der inovativität,immer die Nase vone haben ,Service der seinesgleichen sucht und Schnelligkeit in den Entscheidungen,technisch und die Türen der Entscheider sind für alle!!!offen zu jeder Zeit.Koservative Strukturen wie bei Volkswagen oder gar Daimler lähmen inovative Menschen in Fortschrittlichen Unternehmen.
    Bernd Richert
    Ehemaliger Ersatzteilleiter
    Mercedes Benz Organisation und Scania Hamburg

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