Volkswagen und Dieselgate
VW drohen weltweit gewaltige Milliardenstrafen

Von Frankreich über Texas bis Australien: Weltweit nehmen Behörden den Diesel-Skandal bei Volkswagen unter die Lupe. Allein in Australien könnten knapp 700.000 Euro Strafe für jedes verkaufte Auto fällig werden.

SydneyVolkswagen drohen im Abgas-Skandal unter anderem in Australien hohe Strafen. Zum einen könnten Verbraucher mit falschen Angaben über die Umweltfreundlichkeit der Wagen getäuscht worden sein, teilte die Verbraucherschutzbehörde Australian Competition and Consumer Commission (ACCC) am Donnerstag mit. Zum anderen verstoße der Einbau manipulierter Software gegen australische Gesetze.

Die Behörde warte noch auf Angaben von VW, ob Autos mit dieser Software nach Australien geliefert wurden. Audi hatte dies bereits eingeräumt, allerdings sei die Software in den Audi-Fahrzeugen nicht aktiv gewesen.

„Wir sind sehr besorgt über die potenziellen Verbraucher- und Wettbewerbsnachteile“, teilte der Vorsitzende der Behörde, Rod Sims, mit. Jeder Verstoß gegen die Gesetze könne eine Strafe von bis zu 1,1 Millionen australischen Dollar (692.000 Euro) nach sich ziehen, sagte ein Sprecher der Behörde der Nachrichtenagentur dpa. Diese Strafe werde pro verkauftes Auto berechnet, in dem aktive manipulierte Software eingebaut war. Seit 2009 sind in Australien nach Schätzungen rund 50.000 VWs mit Dieselantrieb verkauft worden. Allein in Australien wäre damit eine Maximalstrafe von etwa 35 Milliarden Euro möglich.

Ein Landkreis im US-Bundesstaat Texas hat Volkswagen bereits wegen des Abgasskandals verklagt. In dem am Mittwoch angestrengten Gerichtsverfahren fordert Harris County bis zu 25.000 Dollar pro Verstoß pro Tag. VW habe durch sein betrügerisches Handeln die Bemühungen des Landkreises zur Verbesserung der Luftqualität und zum Schutz der Bürger untergraben. In Harris County liegt unter anderem die Millionenmetropole Houston.

Die Wolfsburger haben zugegeben, die Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen mit einer Software manipuliert zu haben. Nach Konzernangaben sind weltweit bis zu elf Millionen Fahrzeuge betroffen. Dem Konzern droht eine regelrechte Klagewelle.

In Südkorea muss Volkswagen womöglich rund 120.000 Fahrzeuge zurückrufen. Wie das Umweltministerium des asiatischen Landes mitteilte, will die Regierung bis November eine Entscheidung fällen, welche Maßnahmen VW umsetzen muss. Auch ein Verkaufsstopp sei denkbar. Bis November würden die Abgaswerte von VW- und Audi-Modellen getestet, danach die Diesel-Varianten anderer Hersteller.

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