Volkswagen
VW verharrt in Stagnation

Im ersten Halbjahr hat Volkswagen weniger Autos verkauft als im Vorjahreszeitraum. Der größte Markt China schwächelt weiter. Der Konzern kann seine Wachstumsprognose nicht mehr halten.
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WolfsburgEuropas größter Autobauer Volkswagen hat seine Jahresprognose für die Fahrzeugauslieferungen kassiert. Nach einem leichten Rückgang von 0,5 Prozent in den ersten sechs Monaten traut sich der Konzern bis zum Jahresende nur noch Auslieferungen auf dem Niveau von 2014 zu. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Nach einem starken ersten Quartal mit 1,8 Prozent Verkaufsplus hatte der Ausblick Ende April noch zuversichtlicher ausgeschaut und Volkswagen bekräftigte das Ziel, die Auslieferungen im laufenden Jahr „moderat“ zu steigern. Dann aber zog vor allem der größte Markt China die Verkaufsbilanz ins Minus und beendete eine rund fünfeinhalb Jahre lange Wachstumsgeschichte.

Das zeigt sich auch bei den Geschäftszahlen. Die Flaute bei den Verkäufen in China und Einbrüche auf weiteren Absatzmärkten haben dem VW-Konzern zur Jahresmitte Tempo genommen. Zwar verbesserte der Autobauer in den ersten sechs Monaten seinen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um rund 10 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro. Im Auftaktquartal war das Plus mit 17 Prozent aber höher ausgefallen.

Im zweiten Quartal lieferten die beiden Hauptergebnisträger Audi und Porsche mehr Betriebsgewinn ab. Auch die Kernmarke VW steigerte dank positiver Wechselkurseffekte und Sparprogramm das operative Ergebnis. Negativ schlug die Restrukturierung beim Lkw-Bauer MAN zu Buche.

Der zuletzt rückläufige und für VW wichtigste Markt China büßte Zugkraft ein. Dort arbeitet VW mit Partnern, die Gewinne werden nicht im Betriebsgewinn ausgewiesen, sondern im Finanzergebnis. Im ersten Halbjahr legte das anteilige operative Ergebnis aus den beiden Gemeinschaftsfirmen in China leicht zu, auf 2,7 von 2,6 Milliarden Euro. Der Überschuss des Gesamtkonzerns sank dagegen um 1 Prozent auf 5,66 Milliarden Euro.

Beim Umsatz profitierten die Wolfsburger unter anderem vom schwachen Euro, so dass dieser im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10,1 Prozent auf 108,8 Milliarden Euro stieg. Mit dem Ergebnis übertraf VW die Experten-Erwartungen beim Umsatz und Ebit. Der Überschuss enttäuschte allerdings.

Bei der Zahl der Mitarbeiter wächst der Volkswagen-Konzern allerdings weiter. Ende Juni umfasste die Belegschaft rund 597.800 Menschen. Das waren noch einmal gut 5000 Menschen oder 1 Prozent mehr als zum Jahreswechsel. Knapp die Hälfte arbeitet im Inland und etwa jede fünfte Stelle entfällt auf das Land Niedersachsen.

Als Deutschlands größter privater Arbeitgeber spielt der Konzern mit seiner Belegschaftsgröße auch global in einer besonderen Liga. Weltweit gibt es nur ganz wenige Unternehmen, die noch mehr Menschen Arbeit geben - etwa die US-Handelskette Wal-Mart und der asiatische Elektroriese Foxconn.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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