Volkswagen
Wulff gibt Pischetsrieder Rückendeckung

Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hat VW-Vorstandschef Bernd Pischetsrieder Rückendeckung für dessen Pläne zum Stellenabbau gegeben.

HB BERLIN. "Es wäre grundfalsch, von VW etwas zu verlangen, was betriebswirtschaftlich unvernünftig wäre. Mittel- und langfristig wären sehr viel mehr Arbeitsplätze bedroht, wenn man die nötigen Strukturanpassungen vermeidet", sagte Wulff der "Financial Times Deutschland". Der CDU-Politiker vertritt im VW-Aufsichtsrat die 18-prozentige Beteiligung des Landes Niedersachsen.

Wulff machte damit klar, dass er von Pischetsrieder nicht verlangen werde, unprofitable Arbeitsplätze im Land zu halten. Nach bisher unbestätigten Medienberichten sind bis zu 30 000 Stellen bedroht. Mehr als 80 000 der 100 000 deutschen VW-Beschäftigten arbeiten in Niedersachsen.

Zugleich mahnte der Ministerpräsident bis zur nächsten Aufsichtsratssitzung einen Restrukturierungsplan an: "Wir müssen endlich wissen, um welche Zahlen es eigentlich geht", sagte er. Pischetsrieder hatte in den vergangenen Wochen wiederholt klar gemacht, dass der Druck auf die Belegschaft steigen müsse, sich an notwendigen Kostensenkungen zu beteiligen.

Pischetsrieder schloss unterdessen betriebsbedingte Kündigungen aus. Diese seien durch den Tarifvertrag bei Volkswagen ausgeschlossen, sagte Pischetsrieder dem "RTL Nachtjournal". Zu den Spekulationen über den möglichen Abbau von bis zu 30 000 Stellen sagte er: "Keine von diesen Zahlen stammt von uns und sie haben auch alle wenig mit der Realität zu tun."

Pischetsrieder hatte die Belegschaft unlängst auf Stellenstreichungen in größerem Umfang vorbereitet, als er von einem "Personalüberhang" von mehreren tausend Arbeitsplätzen sprach. Aus dem Konzern war verlautet, dass nach einem internen Rechenmodell der Abbau von 14 000 der 123 000 Stellen in Europa über Ruhestandsregelungen und Abfindungen möglich sei. Der Autobauer will die Produktionskosten in den VW-Werken bis 2008 vor allem durch Personal-Einsparungen um 1,3 Milliarden Euro drücken und die Produktivität steigern.

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