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Aufschwung verschafft Siemens Luft

Wenn Unternehmen ins Trudeln geraten, fällt meist der Aktienkurs. Nicht so bei der von Skandalen durchgeschüttelten Siemens. Denn das Geschäft der Münchener brummt. Das verschafft dem designierten Konzernchef Peter Löscher Luft fürs Aufräumen – und bewahrt letztlich wohl das ganze Unternehmen vor dem schlimmsten aller denkbaren Szenarien.

cha/jojo MÜNCHEN. Die Investoren sind dem größten europäischen Technologiekonzern treu geblieben. Seit Jahresbeginn sind die Papiere trotz aller Skandale von 75 Euro auf derzeit rund 93 Euro geklettert. Die Widerstandskraft am Kapitalmarkt ist eine der größten Stützen für die schnelle Genesung des krisengeschüttelten Unternehmens.

Das Vertrauen der Anleger dürfte Siemens davor bewahren, dass das größte Schreckenszenario doch noch eintritt: eine feindliche Übernahme oder die Zerschlagung des Münchener Traditionsunternehmens. Nachdem der noch amtierende Vorstandschef Klaus Kleinfeld vor vier Wochen seinen Abgang angekündigt hatte, war immer wieder über das Ende von Siemens in seiner derzeitigen Form spekuliert worden.

Um solche Gerüchte aus der Welt zu schaffen, hat Aufsichtsratschef Gerhard Cromme selbst für Vertrauen geworben. Am vergangenen Mittwoch und Donnerstag hat er sich mit Analysten in London getroffen. Der Erfolg ist verblüffend: Zahlreiche Experten haben das Papier hoch gestuft. Die Banker gehen davon aus, dass Siemens das vom Korruptionsskandal ausgelöste Führungschaos bald hinter sich lassen wird und den Blick dann auf die operativen Stärken richten kann. Unicredit-Analyst Roland Pitz setzte ein Kursziel von immerhin 121 Euro.

Cromme hat Kleinfelds Nachfolger Löscher den Weg bereits vorgegeben: „schneller, fokussierter und weniger komplex“ müsse sich Siemens in Zukunft präsentieren, heißt es in einer Mitteilung des Konzerns. Ob deshalb einzelne Teile verkauft oder Bereiche zusammengelegt werden, ist offen.

Fest steht hingegen, was die Bereiche künftig verdienen müssen. Denn die Renditeziele hat Kleinfeld längst festgezurrt. Cromme hat wiederholt bekräftigt, dass diese auch vom neuen Vorstand voll getragen werden. Zur Erinnerung: Alle Unternehmensbereiche hatten die von Kleinfeld für April 2007 vorgegebenen Renditeziele erreicht, ein Ergebnis, mit dem ein halbes Jahr zuvor kaum ein Beobachter gerechnet hatte.

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