Von der Börse genommen
Der letzte Vorhang fällt für die IG Farben

Nun scheint sich auch das letzte Kapitel des ehemaligen Chemieriesen IG Farben zu schließen. Die Insolvenzverwalterin möchte das Unternehmen mit dunkler Vergangenheit von der Börse nehmen.
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FrankfurtDas einst weltgrößte Chemie-Konglomerat IG Farben schließt das letzte Kapitel seiner mehr als 80-jährigen Geschichte. Der 2003 pleitegegangene Restkonzern - ein Überbleibsel des Unternehmens, das eng mit dem Nazi-Regime verwoben war - soll von der Börse genommen werden.

Insolvenzverwalterin Angelika Wimmer-Amend beantragte am Mittwoch, die Börsenzulassung zu widerrufen. Das Ende des Insolvenzverfahrens stehe kurz bevor, hieß es in einer Pflichtmitteilung.

Der Chemiekonzern IG Farben beschäftigte während des Zweiten Weltkrieges Tausende von Zwangsarbeitern - auch im Massenvernichtungslager Auschwitz. Dort wurden die Opfer der Nazis durch das Giftgas Zyklon B ermordet, hergestellt von einer gemeinsamen Tochter der Degussa und der I.G. Farben. Nach dem Krieg wurde der Konzern von den Alliierten zerschlagen.

Übrig blieb die „I.G. Farbenindustrie Aktiengesellschaft in Abwicklung“. Ihr gegenüber sollen ehemalige Zwangsarbeiter ihre Forderungen geltend machen können. Im Laufe der Jahrzehnte bereicherten sich diverse Finanzjongleure an der I.G. Farben. 2003 meldete das Unternehmen Insolvenz an. Mit den Aktien der I.G. Farben wurde weiter aber spekuliert.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Von der Börse genommen: Der letzte Vorhang fällt für die IG Farben"

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  • Dieser Link ist bezeichnend. Da müsste Aufarbeitung erfolgen, ich denke da hätte man genügend zu tun.
    Aber da kommt vieles ans Licht, was die Verantwortlichen auch heute noch vertuschen wollen.

    Und da bleibt eben nur die Aufarbeitung der Staasi. Bezeichnend ist auch, das sie zum Zwecke der Vermeidung von Versöhnungsgedanken aus den alten BL forciert wird.
    Und die eigentlichen Verbrecher, wie Schalck-Golodkowski wurden z.B. nach Bayern in "Sicherheit" gebracht.
    Und viele Karriere-Funktionäre aus DDR-Zeiten sitzen zuhauf in guten Positionen der Parteien und Wirtschaft.

  • @ Diamant

    ...und Amen. Danke für Ihre Moralpredigt. Nun aber war das Thema der Diskussion (und des Artikels nebenbei bemerkt) die Vergangenheit. Ihr Kommentar lehrt uns, was die heutigen Verhältnisse angeht, nichts Neues.

  • @ malz

    Na na...wer wird denn gleich ausfällig werden?
    Jedes System hat seine guten und schlechten Seiten. Auch im heutigen Deutschland ist auch nicht alles Gold was glänzt ;-)

    Die Stasi lebt - nennt sich jetzt BND also keine Streit hier...das muß man nur begreifen und nicht immer nur verleugnen.

    Im übrigen mal an alle, die sich hier immer so schön über Vergangenes rumstreiten - wir leben im Hier und Jetzt und nicht mehr im 3. Reich oder in der DDR. Gegenseitiges Rumgezanke und Schuldzuschieben bringt nichts außer das sich die "Mächtigen" in die Hände klatschen, weil die Bürger wegen ihren internen (unnützen) Querelen keine Zeit mehr haben, um über den Rest nachzudenken - z.B. den Quark den unsere Politiker in den letzten Jahren so verzapfen zu Ungunsten vom Großteil der Bevölkerung ;-)
    Nicht umsonst heißt das Sprichwort - wenn Zwei sich streiten freut sich der Dritte^^
    Solltet ihr mal drüber nachdenken...

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