Vor Familientreffen
„Wiedeking ist gescheitert“

Niedersachsen erwartet nach dem Familientreffen der Porsche-Eigentümer in Salzburg Verhandlungen über die künftige Eigentümerstruktur des Volkswagen-Konzerns. Doch schon vor den Beratungen der Familien Porsche und Piëch am Mittwoch griff ein Automobilwissenschaftler den Chef des Sportwagenbauers, Wendelin Wiedeking, scharf an.

HB DÜSSELDORF. Bei dem Familientreffen in Salzburg liegen dem dem Vernehmen nach zwei Konzepte auf dem Tisch.Diskutiert wird über eine Fusion der Sportwagenschmiede mit Europas größtem Autobauer oder einen Verkauf der Porsche AG an Volkswagen.

Dabei sei der Zusammenschluss der beiden Autobauer die wahrscheinlichere Lösung zur Befreiung des Sportwagenbauers von seiner drückenden Schuldenlast, heißt es in Stuttgart. Die Mehrheit der Familie stehe offenbar hinter diesem Vorschlag von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking. Porsche kämpft nach der Aufstockung seiner Anteile an VW auf knapp 51 Prozent mit einer Verschuldung von neun Milliarden Euro.

Die Fusion hält auch der Leiter des Essener Instituts für Automobilmarktforschung, Andreas Bremer, für sinnvoller als eine Übernahme von Porsche durch VW. Bremer sagte der Deutschen Welle vor dem Treffen des Porsche-Piëch-Clans: "Dann wäre es möglich, beide Marken nach wie vor scharf zu trennen und jeder Marke genug Gewicht zu geben. Bei einer Übernahme Porsches durch den VW-Konzern fürchte ich, dass die jeweiligen Markenimages verwässert werden, speziell entlang der Linie Audi und Porsche."

Der Autoexperte geht davon aus, "dass Herr Piëch alles Mögliche versuchen wird, um Herrn Wiedeking loszuwerden". Bremer sagte über den type="person" value="Porsche, Wolfgang">Porsche-Chef: "Wiedeking ist gescheitert. Er ist überholt worden von der wirtschaftlichen Entwicklung. Vielleicht hat er sich schlicht und ergreifend verzockt, was die Zeitachsen angeht."

Offenbar sei "der Finanzdruck schon so hoch, dass jetzt einfach gehandelt werden muss", so Bremer, auch wenn der Zeitpunkt aufgrund der Wirtschaftskrise ungünstig sei.

Trotz Bremers Kritik an Wiedeking hat dieser zusammen mit Porsche-Finanzchef Holger Härter den Fusionsplan erarbeitet. Demnach soll das dringend benötigte frische Geld über eine Kapitalerhöhung beschafft werden. Dabei sollen die Familien mehrere Milliarden Euro aus ihrem Vermögen zuschießen.Außerdem soll ein neuer Investor einsteigen, der neben den Porsches und Piëchs und dem Land Niedersachsen zum dritten VW-Großaktionär wird. Interessenten gibt es dem Vernehmen nach genug - darunter auch das Emirat Katar.

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