Vorstandschef
Löscher kündigt Stellenabbau in Siemens-Verwaltung an

Siemens-Chef Peter Löscher legt auf dem Weg zu den Einsparungszielen des Technologiekonzerns die Axt an die Verwaltung. „Es wird Stellenstreichungen geben“, sagte er am Freitag in einem Interview.

HB MÜNCHEN. "Insgesamt werden wir natürlich neue Stellen schaffen, aber in den Verwaltungs- und Vertriebsabteilungen werden wir in bestimmten Bereichen abbauen", sagte Löscher gegenüber Bloomberg TV. Er hatte bereits im Herbst angekündigt, die allgemeinen Vertriebs- und Verwaltungskosten um zehn bis 20 Prozent zu drücken.

Der Verkauf der Unternehmensnetzsparte SEN zieht sich weiter in die Länge. Siemens werde sich von dem Segment "in naher Zukunft" trennen. "Wir sind in sehr aussichtsreichen Gesprächen mit mehreren Partnern", sagte Löscher. Der Konzern hatte in Aussicht gestellt, sich von der Sparte mit ihren weltweit mehr als 15 000 Mitarbeitern bis spätestens Mitte 2008 zu trennen. Sie steht seit fast zwei Jahren zum Verkauf.

Von einer Abkühlung der Weltwirtschaft spüre Siemens bisher nicht allzu viel. "Wir haben einen hervorragenden Auftragsbestand derzeit," sagte der Konzernchef. "Wir sehen beim Auftragseingang eindeutig Wachstum." Er halte daran fest, dass der Umsatz des Konzerns doppelt so stark wachsen werde wie die Weltwirtschaft. "Wir sind auf Kurs, unsere Ziele für 2008 zu erreichen." Löscher hatte prognostiziert, dass das operative Siemens -Ergebnis mindestens doppelt so stark wie der Umsatz wachsen werde.

Ursprünglich hatten sich die Prognosen auch auf das kommende Geschäftsjahr erstreckt. Ende Januar war der Konzernchef von dieser Voraussage allerdings abgerückt. "Es ist eindeutig, dass in den letzten Wochen die Unsicherheiten weltweit zugenommen haben", sagte Löscher am Freitag. Das sei auch in den USA zu spüren. "Wir treten in eine Phase ein des verlangsamten Weltwirtschaftswachstums." Am besten liefen die Geschäfte derzeit in Asien, vor allem in China und Indien.

Die Medizintechnik leide unter der Reduzierung der Erstattungssätze für Ärzte in den Vereinigten Staaten. "Wir haben derzeit eine Wachstumsschwäche in den USA in unserem Medizingeschäft." In den Verhandlungen mit der US-Börsenaufsicht SEC über eine Strafe wegen der Korruptionsaffäre sei noch kein Durchbruch erzielt werden. Er könne noch nicht sagen, in welcher Form und wann es dazu kommen werde. Einen Rückzug von der New Yorker Börse werde es nicht geben.

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