VW-Abgasmanipulation
„Das Eingeständnis hätte viel früher erfolgen müssen“

Volkswagen hätte die Manipulation von Diesel-Abgastests früher eingestehen müssen. Das erklärte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil im Landtag. Er fordert nun eine gründliche Aufklärung der Affäre.

HannoverVW hätte die millionenfache Manipulation der Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen nach Ansicht von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) viel früher eingestehen müssen. „Im Herbst vergangenen Jahres stellten Wissenschaftler erstmals Abweichungen in den Schadstoffkonzentrationen zwischen Labortests und Straßentests bei VW-Dieselfahrzeugen in den Vereinigten Staaten fest“, sagte Weil am Dienstag im Landtag in Hannover.

Anschließend habe es mehr als ein Jahr lang Gespräche zwischen den US-Behörden und Volkswagen USA gegeben, bis VW die Manipulation eingeräumt habe. Weil: „Dieses Eingeständnis hätte klar und deutlich sehr viel früher erfolgen müssen – ein weiterer schwerer Fehler.“

Niedersachsen pocht als Großaktionär von Volkswagen auf eine gründliche Aufklärung der Abgasaffäre. Eine gründliche Aufarbeitung des Skandals sei die Voraussetzung für einen Neuanfang des Wolfsburger Autobauers, an dem das Land mit 20 Prozent beteiligt ist, sagte Weil.

Der wirtschaftliche Schaden durch die Manipulation von Diesel-Emissionswerten lasse sich derzeit noch nicht abschätzen, sagte der SPD-Politiker. Schon jetzt sei aber klar, dass Volkswagen seine Planungen neu justieren müsse. Das gelte für die Investitionen und genauso wie für die Gewinnplanung.

„Auch die Steuereinnahmen der öffentlichen Hand werden von der Krise bei Volkswagen nicht unberührt bleiben", sagte Weil in einer Rede vor den Abgeordneten weiter. Die Auswirkungen würden jedoch erst nach und nach sichtbar werden.

Weil machte klar, dass das Aufsichtsratspräsidium und das größere Kontrollgremium den Vorstand derzeit bei seiner Arbeit eng begleiten. Die Gremien tagten derzeit häufig im Wochenrhythmus. Die Aufarbeitung der Krise bei Volkswagen werde nicht in einigen Monaten erledigt sein.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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