VW-Hauptversammlung
Applaus für Chef, Schelte für Kontrolleur

Die Spannungen in der Führungsriege von Volkswagen sind auf der Hauptversammlung zu spüren. Mit keinem Wort erwähnt Aufsichtsratschef Ferdinand Piech die Vertragsverlängerung von Konzernchef Bernd Pischetsrieder. Dafür watscht ihn ein Aktionärsvertreter ab. Es bleibt nicht die einzige Kritik an diesem Tag.

hz/HB HAMBURG. Pischetsrieder tritt gelöst mit zwanzig Minuten Verspätung vor die Aktionäre. Warmer Applaus im weiten Rund des Hamburger Congresszentrums empfängt ihn. Doch der Vorstandschef, dessen Vertrag am Abend zuvor einstimmig um fünf weitere Jahre verlängert wurde, genießt seinen Triumpf still. In seiner Rede vor den Aktionären, die er weitgehend vom 22 Seiten langen Manuskript abliest, geht der Topmanager im dunklen Nadelstreifenanzug mit keinem Wort auf die Geschehnisse des Vorabends ein.

Vertragsverlängerung? Welche Vertragsverlängerung? Auf der Hauptversammlung des Autobauers am Mittwoch ist die Spitzenpersonalie den Führungsgremium zunächst kein Wort wert. Auch Aufsichtsratschef und Versammlungsleiter Ferdinand Piech listet zwar lang und breit die Veränderungen im Vorstand aus dem Vorjahr auf. Selbst der über die VW-Affäre gestolperte Ex-Personalchef Peter Hartz erntet noch ein paar lobende Worte vom Ex-VW-Chef, was im Publikum für spontanes Gelächter sorgt. Doch keine Silbe kommt über die Lippen des mächtigen Aufsichtsratschefs über den neuen Kontrakt für Pischetsrieder.

Erst Ulrich Hocker, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), der als erster Aktionär das Wort in der Aussprache ergreift, bricht den Bann und gratuliert dem VW-Boss zur Vertragserneuerung und moniert: „dies hätte ich gerne von Ihnen gehört, Herr Dr. Piech“. Doch der Aufsichtsratschef übergeht die Spitzenpersonalie lieber mit Schweigen.

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