VW und das Dieselgate
EU-Kommission war lange über Abgas-Schummeleien informiert

Im September nahm der Abgas-Skandal bei Volkswagen seinen Anfang. Brüssel war aber bereits 2011 informiert. Ins Rollen brachten die Affäre auch nicht die Amerikaner – sondern Whistleblower aus den EU-Behörden.

DüsseldorfDie EU-Kommission wusste seit 2011, dass Autohersteller in der EU mittels illegaler Manipulationen an der Motorsteuerung bei Abgasmessungen betrügen. Das geht aus Unterlagen hervor, die der Wirtschaftswoche vorliegen. Ein Automobilzulieferer hat den damaligen Industriekommissar Antonio Tajani auf den Betrug hingewiesen, wie die Wirtschaftswoche aus Kommissionskreisen erfuhr.

Auf Anfrage äußerte sich die mittlerweile für Industriepolitik zuständige Kommissarin Elzbieta Bieńkowska zu dem konkreten Sachverhalt nicht.

Es waren nach Informationen der Wirtschaftswoche EU-Mitarbeiter, die über die Untätigkeit der EU-Kommission nach 2011 so frustriert waren, dass sie die amerikanische Umweltorganisation ICCT über ihren Betrugsverdacht informierten. ICCT untersuchte den Fall und leitete die Ergebnisse an die amerikanischen Umweltbehörden EPA und CARB weiter, wodurch der VW-Skandal schließlich öffentlich wurde.

„Es waren Beamte aus der EU-Administration, die die amerikanische Umweltorganisation ICCT auf mögliche Betrügereien bei Stickoxidemissionen hinwiesen“, sagte CARB-Chefin Mary Nichols im Interview mit der Wirtschaftswoche.

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