Wachstumsprognose
Deutsche Stahlbranche rechnet mit Abkühlung

Die deutsche Stahlbranche erwartet im kommenden Jahr ein schwächeres Wachstum. Für dieses Jahr gilt das allerdings noch nicht. Ganz im Gegenteil. Die Porgnose ist nochmals angehoben worden.
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HB DÜSSELDORF. Die Stahlbranche in Deutschland erwartet nach der deutlichen Erholung im laufenden Jahr 2011 ein schwächeres Wachstum. „Die Rohstahlproduktion dürfte 2011 wieder Anschluss an den langfristigen Trend finden“, sagte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff, am Montag in Düsseldorf.

Wegen der bereits hohen Kapazitätsauslastung würden die Zuwächse jedoch niedriger ausfallen als 2010. Für dieses Jahr hob der Verband, zu dem Schwergewichte wie ThyssenKrupp, Salzgitter oder Weltmarktführer ArcelorMittal gehören, seine Prognose nochmals an.

Für 2010 zeichne sich ein Wachstum der Rohstahlproduktion in Deutschland um etwa 35 Prozent auf knapp 44 Millionen Tonnen an, sagte Kerkhoff. Der Verband hatte seinen Ausblick zuletzt auf ein Plus von 30 Prozent angehoben. Die Produktion der Schwerindustrie war in Folge der Wirtschaftskrise eingebrochen.

Wichtige Kunden wie Automobilindustrie und Maschinenbau haben in den vergangenen Monaten jedoch deutlich zugelegt und rennen der Stahlbranche trotz Preiserhöhungen die Türen ein. In den ersten neun Monaten dieses Jahres produzierten die Stahlkocher in Deutschland bereits so viel von dem Werkstoff wie in dem gesamten Krisenjahr 2009.

Die Auslastung der Betriebe dürfte in diesem Jahr bei 83 Prozent liegen, sagte Kerkhoff. Im vergangenen Jahr hatte sie bei 62 Prozent gelegen. In Deutschland liegt die Auslastung in diesem Jahr sogar höher als im weltweiten Durchschnitt mit 72 Prozent.

Die hiesigen Hersteller profitieren von der starken Exportindustrie. ThyssenKrupp-Stahlchef Edwin Eichler hatte kürzlich in einem Reuters-Interview von einer Sonderkonjunktur gesprochen. Auch er gehe allerdings davon aus, dass sich das Wachstum etwas abschwächen werde. „Sicher wird das Jahr 2011 nicht mehr so stark wie die letzten sechs Monate, weil es nach der Wirtschaftskrise einen gewissen Nachholeffekt gab.“ Der Nachholbedarf sei jetzt raus. „Das Jahr der Krise ist vorbei und wir kommen wieder in eine normale Entwicklung“, sagte Eichler.

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