Warnung an Madrid
Brüssel billigt Übernahme von Endesa

Der italienische Energieriese Enel und der spanische Mischkonzern Acciona dürfen den führenden spanischen Stromversorger Endesa übernehmen.

dpa-afx BRÜSSEL/MADRID. Der freie Wettbewerb in Europa werde mit dem milliardenschweren Geschäft nicht behindert, teilte die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel mit. Sie prüft noch, ob Übernahmeauflagen des spanischen Regulierers CNE gegen EU-Recht verstoßen.

Nach einem harten Bieterkampf hatten sich die beiden Übernehmer und der deutsche Energiekonzern Eon vor drei Monaten darauf verständigt, dass dieser von Enel und Endesa bestimmte Geschäftseinheiten kauft. In Spanien werde der Versorger Viesgo, der zu Eon kommen solle, den Ausfall von Acciona als Endesa-Wettbewerber ausgleichen, berichtete die Kommission. Es gebe zudem eine ausreichende Zahl von Rivalen wie Iberdola, Union Fenosa oder Gas Natural.

Eon hatte sich Anfang April mit Enel und Acciona auf die teilweise Aufteilung von Endesa verständigt. Demnach erhält das Düsseldorfer Unternehmen ein Beteiligungspaket mit Endesa-Aktivitäten in Spanien, Frankreich und Italien in einer Größenordnung von zehn Mrd. Euro. Die Übernahme hat nach spanischen Medienberichten insgesamt einen Wert von 42 Mrd. Euro.

Der Regulierer CNE hatte das Geschäft bereits am Mittwoch unter Auflagen gebilligt. So muss Endesa als eigenständiger Konzern mit Sitz in Spanien erhalten bleiben. "Wir gucken uns das jetzt genau an", sagte der Sprecher von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes mit Blick auf den CNE-Beschluss. Er verwies auf die alleinige Kompetenz der Kommission bei großen Übernahmen. Brüssel hatte in dem Endesa-Fall Spanien bereits im März wegen der Übernahmehürden für Eon vor dem Europäischen Gerichtshof (Eugh) verklagt.

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