Wegen Atomausstieg
Deutscher Areva-Chef tritt ab

Ein jüngerer Manager soll künftig die Geschicke des französischen Atomkonzerns Areva in Deutschland leiten. Der bisherige Deutschlandchef Ulrich Gräber (63) erwartet nach dem Atomausstieg einen Strategiewechsel.
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Paris/BerlinDer Deutschland-Chef des französischen Atomkonzerns Areva, Ulrich Gräber, hat seinen Rücktritt angekündigt. Grund sei der Umbau des Unternehmens hierzulande aufgrund des Atomausstiegs, schrieb er in einer E-Mail an die Mitarbeiter des Unternehmens, die der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag vorlag. Angesichts dieser Lage halte er es für „außerordentlich wichtig, dass die nächsten Jahre von Kontinuität und Stabilität im Vorstand“ von Areva geprägt seien. Er sei allerdings bereits 63 Jahre alt, und es sei ein neuer Vorstand notwendig, schrieb Gräber in der E-Mail auf englisch. 

Areva will einem Pressebericht zufolge 800 Stellen in Deutschland streichen. Betroffen seien drei Standorte zur Brennelemente-Fertigung in Lingen, Offenbach und Erlangen, hatte das Magazin „L'Expansion“ diese Woche berichtet. Areva wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Ein Vertreter der IG Metall zeigte sich von der Rücktrittsankündigung Gräbers am Donnerstag überrascht. Die Begründung, dass ein jüngerer Manager übernehmen solle, sei nicht glaubwürdig, sagte er AFP. Er forderte klare Aussagen von der Areva-Führung in Deutschland und der Muttergesellschaft in Frankreich. Von diesen hätten die Beschäftigten bislang keinerlei Informationen erhalten. 

Die Atomkatastrophe im japanischen Fukushima hatte bei dem französischen Atomkonzern mit der Annullierung von Verträgen in Millionenhöhe zu Buche geschlagen. Der neue Areva-Chef Luc Oursel hat einen neuen Strategieplan angekündigt, der vor Jahresende vorgelegt werden soll.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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