Wegen der hohen Stahlnachfrage von China
Stahlmangel könnte Nissans Produktion drücken

Der zweitgrößte japanische Autohersteller Nissan befürchtet, seine Produktion im März wegen Stahlmangels um bis zu 15.000 Fahrzeuge drosseln zu müssen.

HB TOKIO. Für das zu 44 Prozent dem französischen Autobauer Renault gehörende Unternehmen könnte das einen Verlust von bis zu sechs Milliarden Yen (knapp 44 Millionen Euro) bedeuten. „Wir gehen davon aus, dass Januar und Februar in Ordnung gehen müssten, aber im März gibt es noch immer ein Risiko weiterer Lieferengpässe“, sagte Nissan-Chefmanager Carlos Ghosn am Donnerstag in Tokio. Erst in der vergangenen Woche hatte Nissan angekündigt, einige seiner inländischen Werke aus dem selben Grund für fünf Tage zu schließen. Seine Konkurrenten General Motors und Ford Motor hingegen kündigten diese Woche an, ihre Produktion auf Grund einer schwachen Nachfrage zurück zu schrauben. Nissan-Aktien schlossen in Tokio mehr als zwei Prozent fester.

Das Problem Stahlmangel trat bei Nissan verstärkt nach der Einführung neuer Modelle im September in Erscheinung. Mit der für nächsten Monat geplanten Einführung eines neuen Kompaktwagens wird das Unternehmen in nur fünf Monaten sechs neue Fahrzeuge auf dem Markt gebracht haben - nach nahezu einem Jahr ohne neue Modelle. Für das im September 2005 ablaufende Geschäftsjahr hat Nissan sich ein Verkaufsziel von 3,6 Millionen Fahrzeuge gesetzt.

Ghosn räumte ein, der Rohstoffmangel könne auch eine Folge der von ihm eingeführten Strategie massiver Einsparungen bei den Zulieferern sein. Dies habe Nissan jedoch Einsparungen in Höhe von einer Billion Yen eingebracht.

Nissan will nun mehr Stahlprodukte von dem südkoreanischen Hersteller Posco beziehen, der bisher nur geringe Mengen lieferte. Der Engpass, der Ghosns Einschätzung zufolge noch sechs Monate andauern könnte, bereite auch den Konkurrenten auf dem heimischen Markt Schwierigkeiten. Die US-Autoriesen hingegen kämpfen statt mit Lieferengpässen mit einer kränkelnden Nachfrage. Viele der US-Modelle gelten als veraltet und entsprechen nicht mehr dem Geschmack der Kunden.

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