Wegen Flaute
Chinas Industrie droht Pleitewelle

Im einstigen Boomland China stottert der Wachstumsmotor - und in den Fabriken der zweitgrößten Volkswirtschaft stapeln sich die unbezahlten Rechnungen. Experten befürchten eine Pleitewelle.
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ShanghaiEinem Bericht des Staatsrats zufolge summieren sich die Zahlungsrückstände bei chinesischen Industrieunternehmen mittlerweile auf umgerechnet 878 Milliarden Euro. Vor allem im Stahl-, Kohle- und Maschinenbausektor sei die Situation besorgniserregend, heißt es in staatlichen Medien.

Eine Untersuchung der Agentur Reuters bei rund 280 Konzernen ergab, dass sich die Forderungen im ersten Halbjahr um rund ein Fünftel erhöht haben. Experten befürchten nun, dass die offenen Rechnungen eine Pleitewelle unter kleineren Firmen lostreten könnten.

„Die Situation wird sich bis zum Jahresende noch verschlimmern und sich selbst bis Mitte nächsten Jahres weiter zuspitzen“, sagte UOB Kay Hian-Analystin Helen Lau. Zeichen einer wirtschaftlichen Erholung sieht sie nicht. „Viele kleinere Firmen werden in Verzug geraten, weil sie finanziell schwach sind und möglicherweise keine Finanzierung mehr von Banken erhalten.“ Damit bahne sich in vielen Branchen eine Konsolidierung an.

Reuters-Daten zufolge häuften sich die unbezahlten Rechnungen vor allen in Kohle- und Baufirmen an. Dazu gehörten etwa die Konzerne Tangshan Jidong Cement, Jizhong Energy Resources, Yangquan Coal Industry und Shanxi Xishan Coal and Electricity Power.

Viele der Firmen teilten in ihren Halbjahresberichten mit, dass weniger Geld von den Kunden - darunter auch Kommunen - eingetrieben worden sei. Der Rückgang des Wirtschaftswachstums in der Volksrepublik drückt auf die Nachfrage nach Rohstoffen und auch die Industrie produziert deshalb vorsichtiger.

Die chinesische Regierung rechnet in diesem Jahr nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von 7,5 Prozent - das wäre der geringste Anstieg seit 13 Jahren. Diese Rate gilt wegen der hohen Zahl der in die Städte drängenden Arbeitskräfte als Untergrenze, um soziale Unruhen in dem Milliardenvolk zu vermeiden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Hallo
    daß war abzusehen

    H.Schöder

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