Wegen Luftverkehrssteuer
Air Berlin startet neues Sparprogramm

Air Berlin muss sparen. Aufgrund der Luftverkehrssteuer, die ab Januar auf jedes Ticket erhoben wird, muss die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft nach eigenen Angaben 160 bis 170 Mio. Euro mehr abgeben. Nun wird die Flotte um sieben Maschinen geschrumpft.
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FRANKFURT. Air Berlin, die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft, startet wegen der Luftverkehrssteuer ein neues Sparprogramm. Die Zusatzabgabe, die ab Januar auf jedes Ticket erhoben wird, belaste Air Berlin erheblich. "Wir sind auf der Kostenseite gut aufgestellt, aber wir sehen, dass wir noch mehr machen müssen", sagte Joachim Hunold, Chef von Air Berlin, gestern. Selbst einen Personalabbau wollte er nicht ausschließen.

Das Management macht folgende Rechnung auf: Die Abgabe führt ab 2011 zu Zusatzkosten von 160 bis 170 Mio. Euro. Da man diese Kosten angesichts des harten Wettbewerbs auf einigen Strecken nicht komplett auf die Passagiere abwälzen könne, würde einTeil dieser Kosten bei Air Berlin hängen bleiben. Die Folge: Statt wie ursprünglich geplant die Flotte 2011 um sieben Flugzeuge zu erweitern wird sie nun um sieben Maschinen geschrumpft. Die Kapazität wird um fünf Prozent gekappt.

Nur so, erklärte Finanzchef Ulf Hüttmeyer, seien rote Zahlen im kommenden Jahr zu vermeiden. Im laufenden Jahr sind sie wohl nicht mehr zu verhindern, zumindest nicht auf Basis des Nettoergebnisses. Nachdem hier nach den ersten neun Monaten bereits ein Minus von 13,8 Mio. Euro steht, wird auch das vierte Quartal negativ bleiben.

Gespart wird deshalb auch an anderer Stelle. So soll die Technik, also die Wartung der Maschinen, vereinheitlicht werden. Air Berlin hat durch Zukäufe - etwa des Ferienfliegers LTU - hier immer noch einige Funktionen doppelt. Diese Parallelität soll nun beseitigt werden - und damit auch unnötige Kosten. Neben dem Sparen hofft Hunold auf Zusatzerträge durch den Beitritt der Airline in das internationale Partnernetzwerk One World.

Das Unternehmen hatte erste Quartalsdaten bereits Anfang November publiziert, weil eine Anleihe begeben wurde. Danach sank der Umsatz in den ersten neun Monaten um 0,9 Prozent auf 2,8 Mrd. Euro. Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte um 23,7 Prozent auf 44,8 Mio. Euro zu.

Jens Koenen leitet das Büro Unternehmen & Märkte in Frankfurt.
Jens Koenen
Handelsblatt / Leiter Büro Frankfurt

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