Weitere Stimmrechte
Volkswagen will noch mehr MAN-Anteile

Volkswagen gibt sich mit der Drei-Viertel-Mehrheit bei MAN nicht zufrieden und plant, weitere Stimmrechte zu erwerben. Analysten gehen davon aus, dass die Wolfsburger bei den Münchenern stärker durchregieren wollen.
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HamburgVolkswagen beabsichtige, innerhalb der nächsten zwölf Monate je nach Marktverhältnissen weitere Stimmrechte zu erwerben. Das gab der Münchner Nutzfahrzeug- und Maschinenkonzern MAN am Montag in einer Stimmrechtsmitteilung bekannt.

VW-Vorstandschef Martin Winterkorn hatte erst vor drei Wochen Scania-Chef Leif Östling in den VW-Konzernvorstand berufen und die Führung umgebaut, um MAN, Scania und das VW-Nutzfahrzeuggeschäft nach jahrelangem Tauziehen endlich enger zu verzahnen und bei Einkauf, Forschung und Produktion bald viel Geld zu sparen. Winterkorn hat MAN aber mehrfach zugesagt, die Marke, die Geschäftsfelder und die Standorte zu erhalten.

Mit einem Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag, wie ihn VW zum Beispiel mit Audi abgeschlossen hat, kann VW auch für das Unternehmen nachteilige Entscheidungen im Interesses des Konzernvorteils insgesamt durchsetzen. Dafür reichen allerdings schon 75 Prozent der anwesenden Stimmen auf der Hauptversammlung.

Analysten gehen davon aus, dass VW bei MAN stärker durchregieren will. Frank Schwope von der NordLB hält es für wahrscheinlich, dass Volkswagen am Ende mehr als 90 Prozent an dem Münchner Lastwagenkonzern halten will. Der Autoanalyst verwies auf die VW-Tochter Audi, an der die Wolfsburger gut 99 Prozent der Stimmrechte besitzen. Wie bei der Ingolstädter Premiumtochter habe Volkswagen vermutlich auch bei MAN kein Interesse daran, die restlichen Aktionäre aus dem Unternehmen zu drängen, sagte Schwope.

Bereits mit dem Überschreiten der Drei-Viertel-Mehrheit hat VW erreicht, dass sich kein anderer Aktionär bei unternehmerischen Entscheidungen querstellen kann. Die MAN-Aktie, die in den vergangenen Wochen bereits stark an Wert gewonnen hat, notierte am Montag mit einem Kursaufschlag von mehr als zwei Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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