Weltgrößter Produzent in Kanada entsteht
Konsolidierung in der Goldindustrie beginnt

Die Goldindustrie wird im kommenden Jahr eine weitere Konsolidierung durch Fusionen und Übernahmen sehen. Davon gehen Analysten aus, nachdem in Kanada die Weichen für die Schaffung des weltweit größten Goldproduzenten gestellt wurden.

OTTAWA. Die kanadische Placer Dome stimmte einer Übernahme durch den heimischen Konkurrenten Barrick Gold zu, nachdem dieser sein Kaufangebot nachgebessert hatte. Die Übernahme kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Goldpreis den höchsten Stand seit 25 Jahren erreicht hat und knapp über 500 US-Dollar pro Feinunze liegt.

Falls Genehmigungsbehörden und Aktionäre die Übernahme absegnen, wird die neue Barrick mit einer Produktion von jährlich 8,3 bis 8,4 Millionen Unzen Branchenführer. Barricks erstes Angebot Ende Oktober, das sich auf 9,2 Mrd. Dollar belief, war von Analysten als Versuch einer „feindlichen Übernahme“ bewertet und von Placer Dome abgelehnt worden. Nach Verbesserung der Offerte auf 10,4 Mrd. Dollar stimmte der Verwaltungsrat von Placer Dome der nun von beiden Seiten als freundliche Transaktion bezeichneten Übernahme zu.

Placer Dome kann weiterhin bessere Angebote von Konkurrenten erwägen; Barrick hat aber das Recht, mit jedem anderen Angebot gleichzuziehen. Sollte das jetzt angekündigte Geschäft nicht zustande kommen, zahlt Placer Dome eine Strafe von 259 Mill. Dollar. Analysten glauben aber nicht, dass jetzt noch ein Bieter die Barrick-Offerte übertreffen könnte. „Es war Newmont oder keiner“, schränkt John Ing von Maison Placements Canada den Kreis potenzieller Mitbieter ein. Der US-Konzern Newmont Mining ist bisher der größte Goldproduzent. „Es ist schwer, noch ein weiteres Angebot kommen zu sehen“, sagt auch John Bridges von JP Morgan.

Als treibende Kraft hinter der Konsolidierung in der Goldbranche sieht Ing das große Dilemma, schwindende Goldreserven zu ersetzen, um den Markt konstant beliefern zu können. „Für Barrick bot sich die Chance, die Hand auf gute Vermögenswerte zum Beispiel in Nevada legen zu können“, sagt er. JP-Morgan-Analyst Bridges sieht Barrick als „beeindruckendes Goldunternehmen mit Wachstumsprofil bis Ende der Dekade“. Barry Allan von Research Capital sagt allerdings, die neue Barrick habe höhere Produktionskosten pro Feinunze als die bisherigen Unternehmen. Angesichts des Anstiegs des Aktienkurses und gleichzeitig leichter Senkung des Zielpreises in einem Jahr von 37 auf 36 kanadische Dollar hat er seine Empfehlung von „Kaufen“ auf „Akkumulieren“ herabgestuft.

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