Wende angepeilt
Schwaches US-Geschäft bremst Pfleiderer

Wegen des schwachen Geschäfts in den USA ist der Holzverarbeiter Pfleiderer weniger schnell gewachsen als geplant. Auf einem anderen Markt konnte das Unternehmen hingegen zulegen.

HB MÜNCHEN. Der Umsatz kletterte 2007 um 27 Prozent auf 1,8 Mrd. Euro, blieb damit aber unter dem Ziel von 1,9 Mrd. Euro, wie das Unternehmen aus Neumarkt in der Oberpfalz am Donnerstag berichtete. Für Schwung sorgte die boomende Möbelnachfrage in Osteuropa. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte um 20 Prozent auf 249 Mill. Euro. Der Nettogewinn aus dem fortgeführten Geschäft lag mit 79,7 Mill. Euro 19 Prozent über Vorjahr. Für das laufende Jahr kündigte Vorstandschef Hans Overdiek weitere Zuwächse an.

Der Umsatz soll im laufenden Jahr auf zwei Mrd. Euro und die operative Gewinnmarge auf 15 Prozent steigen. Dies entspräche einem Ebitda von rund 300 Mill. Euro. 2007 ging die Marge auf 13,8 von 14,7 Prozent im Jahr zuvor zurück. Das Unternehmen begründete dies mit einer 22 Mill. Euro teuren Restrukturierungen in Nordamerika und mit Rationalisierungen in Europa. Pfleiderer hatte vor gut einem Jahr den schwedischen Laminatbodenhersteller Pergo übernommen, vor allem um sein as US-Geschäft zu stärken. In der Folge wurden Standorte in Kanada und den USA geschlossen oder zusammengelegt. Die Verunsicherung der amerikanischen Verbraucher in der Finanzmarktkrise bremste allerdings das Geschäft der Bayern.

Im neuen Jahr peilt Pfleiderer die Wende im verlustreichen US-Geschäft an. "Wir erwarten beim Ergebnis vor Steuern eine rote oder schwarze Null", sagte Overdiek der Nachrichtenagentur Reuters. Der Umsatz von zuletzt 443 Mill. Euro dort soll um gut 100 Mill. Euro zulegen. Das operative Ergebnis (Ebitda) in Nordamerika war 2007 trotz eines Umsatzzuwachses eingebrochen. "Zuversichtlich macht uns der gute Start ins Jahr, der leicht über unseren Erwartungen liegt. Die Auftragsbücher sehen nicht schlecht aus", sagte Overdiek.

Der nordamerikanische Markt bleibe schwierig, doch habe Pfleiderer durch die eigene Produktion in den USA Vorteile gegenüber Importeuren, denen der Dollar zu schaffen mache. "Wir wachsen, weil andere Schwierigkeiten haben", sagte Overdiek. Die Verlagerung der Produktion von Kanada in die USA gehe weiter. Über mögliche Zukäufe in Nordamerika und Osteuropa wolle er zur Jahresmitte informieren.

Overdiek sagte, die Anleger könnten für 2007 eine Dividende nicht unter den 25 Cent je Aktie erwarten, die es für 2006 gab. Auch eine moderate Erhöhung könne er sich vorstellen.

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