Weniger Dividende
Dräger kauft Genussscheine zurück

Der Medizin- und Sicherheitstechnikanbieter Drägerwerk hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Rekordumsatz erzielt. Zugunsten der Kapitalstruktur will Dräger aber Genusscheine zurückkaufen und dazu die Dividende senken.
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DüsseldorfDer Medizin- und Sicherheitstechnikanbieter Drägerwerk will seine Kapitalstruktur neu ordnen und dafür Genussscheine für bis zu fast 300 Millionen Euro vom Markt zurückkaufen. Um sich dies leisten zu können, sollen die Aktionäre in diesem Jahr mit einer geringeren Dividende von 19 Cent je Vorzugs- und 13 Cent je Stammaktie auskommen, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Das wäre ein Euro je Papier weniger als für 2010.

Freuen können sich die Anteilseigner jedoch über einen Rekordumsatz von rund 2,3 Milliarden Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr, das entspricht einem Anstieg um 3,6 Prozent. Die operative Rendite lag zudem nach vorläufigen Zahlen mit 9,5 Prozent am oberen Ende der Prognose, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) erreichte rund 214 Millionen Euro, ein Plus von elf Prozent.

Für das laufende Jahr bekräftigte Dräger seine Prognose. Demnach soll das Unternehmen mindestens so schnell wachsen wie die Weltwirtschaft. Dazu verwies das Unternehmen auf die Prognose der Weltbank, die von einem
Wachstum von 3,3 Prozent ausgehe. Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sollen wie angekündigt erhöht werden, so dass mit einer Ebit-Marge zwischen acht und 9,5 Prozent gerechnet werde. Mittelfristig wolle der Konzern stärker wachsen als der Mark und eine nachhaltige Ebit-Marge von mindestens zehn Prozent erreichen.

Die im Technologieindex TecDax gelistete Aktie gewann im frühen Handel 1,5 Prozent auf 56,75 Euro.

Von seinen Genussscheinen möchte sich Dräger verabschieden. Die Verteilung des Kapitals auf Aktien und Genussscheine sei „wenig effizient“ und stehe einer „optimalen Eigenkapitalfinanzierung“ durch Aktien entgegen, begründete das Unternehmen. Genussscheine hätten ihre Funktion als Eigenkapitalinstrument weitgehend verloren.

Den Inhabern der Genussscheine will Dräger 210 Euro je Schein anbieten - voraussichtlich in der Zeit vom 20. Februar bis zum 19. März. Dies entspreche einer Prämie von 27,6 Prozent beziehungsweise 23,4 und 25,8 Prozent auf die gewichteten Drei-Monats-Durchschnittskurse je nach ausgegebener Serie, rechnete Dräger vor.

Ziel sei es zudem, die Eigenkapitalquote mittelfristig auf 40 Prozent der Bilanzsumme zu erhöhen. Dann sollten auch wieder rund 30 Prozent des Konzernjahresüberschusses als Dividende ausgeschüttet werden. Bis zur Erreichung dieser Eigenkapitalquote sollten 15 Prozent des Jahresgewinns an die Aktionäre verteilt werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Soll man jetzt Genussscheine von Dräger verkaufen????

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