Werk in Schweinfurt
Schaeffler setzt auf sozialverträglichen Stellenabbau

Der Zulieferer zieht mit seiner Radlagerproduktion ins Ausland. Betriebsbedingte Kündigungen will Schaeffler im bisherigen Werk in Schweinfurt aber vermeiden. Stattdessen setzt die Firma auf sozialverträgliche Lösungen.
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SchweinfurtDer Automobilzulieferer Schaeffler will sich bei dem geplanten Stellenabbau in der Radlagerproduktion in Schweinfurt so weit wie möglich um sozialverträgliche Lösungen bemühen. So solle bei dem über mehrere Jahre gestreckten Arbeitsplatzabbau beispielsweise das Instrument der Altersteilzeit genutzt werden, teilte das Automotive-Vorstandsmitglied Wolfgang Dangel am Freitag auf einer Belegschaftsversammlung in Schweinfurt mit. Betriebsbedingte Kündigungen sollen in der Stammbelegschaft vermieden werden, unterstrich er in einer Mitteilung.

Der Autozulieferer Schaeffler will seine Radlagerproduktion in den kommenden drei Jahren von Schweinfurt ins Ausland verlegen. Damit seien 876 Arbeitsplätze betroffen, hatte das Unternehmen schon vor 14 Tagen bekanntgegeben. Grund für die Verlagerung ins Ausland sei der extreme Kosten- und Wettbewerbsdruck. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass eine wirtschaftliche Fertigung von Radlagern und auch anderen Automotive-Produkten am Standort Schweinfurt nicht mehr möglich ist, sagte Dangel. Mit Gewerkschaft und Betriebsrat seien Verhandlungen geplant.

Ziel sei es zudem, die Automotive-Aktivitäten in Schweinfurt im Bereich Rad- und Sonderlager mit bis zu 300 Mitarbeitern weiterzuführen. Zudem werde geprüft, ob in Schweinfurt künftig neue wettbewerbsfähige Produkte für die Automobilindustrie gefertigt werden könnten. Das fränkische Unternehmen mit Sitz in Herzogenaurach hat im vergangenen Jahr gut 11 Milliarden Euro Umsatz und 884 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet. Weltweit beschäftigt Schaeffler etwa 76 000 Mitarbeiter, in Deutschland sind es etwa 29 000. Am Standort Schweinfurt sind es dem Betriebsrat zufolge etwa 6000 Menschen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Werk in Schweinfurt: Schaeffler setzt auf sozialverträglichen Stellenabbau"

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  • Der Artikel ist ganz witzig aufgebaut. Zuerst scheinheilige Objektivität "Schaeffler setzt auf sozialverträglichen Stellenabbau" und dann die Ohrfeige am Schluss so auf die Art "Schaeffler hat eigentlich eh genug Kohle und müsste gar keine Mitarbeiter kündigen".

    Kann euch dreien hier nur zustimmen.

  • Natürlich ist es furchtbar wenn so viele Mitarbeiter auf einmal gehen müssen. Aber ganz ehrlich Leute, ein Unternehmer, der Verluste schreibt, nur um seine Mitarbeiter zu erhalten, ist doch kein Unternehmer mehr oder?
    Noch dazu muss man zur Verteidung der Schaeffler AG sagen, dass sie doch schon seit Jahren an einer Lösung für diesen Standort arbeiten, sei es mit Investitionen, alternativen Projekten und, und, und. Leider konnten diese die jetzige Verlustsituation aber nicht vermeiden. Die Konkurrenz ist zu stark, Arbeitskräfte zu teuer und die Preise werden unaufhörlich durch den extremen Wettbewerb (siehe Osten/Asien) gesenkt. Bitte dies auch einmal in eure Überlegungen miteinbeziehen!

  • Leider war die Schließung des Werkes unausweichlich. Schaeffler hat alles versucht um die Stelleneinsparungen zu vermeiden aber die Branche lässt dies nicht zu. Ich bin sicher es kann nun eine Lösung gefunden werden

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