Werkzeugmaschinenbauer auf Kurs
DMG Mori legt im Ausland zu

DMG Mori wächst im ersten Halbjahr und bekräftigt seine Prognose. Der schwache Kurs des Euros gibt dem Werkzeugmaschinenbauer zusätzlichen Schwung im Ausland. Nur in Russland läuft es zäh.
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DüsseldorfFür den Werkzeugmaschinenbauer DMG Mori, ehemals Gildemeister, lief es im ersten Halbjahr im Ausland besser als in Deutschland. Die Folge: Der Auftragseingang bröckelte bis Ende Juni leicht auf 1,2 (Vorjahr 1,21) Milliarden Euro ab. Der Auslandsanteil bei den Bestellungen erhöhte sich auf 67 (64) Prozent. Der deutsche Mittelstand sei sehr zurückhaltend mit seinen Bestellungen gewesen, begründet DMG-Chef Rüdiger Kapitza die Entwicklung gegenüber dem Handelsblatt. Themen wie ein möglicher Grexit und die Schuldenkrise hätten die Stimmung gedrückt.

Zu den stärksten Auslandsmärkten zählte neben Korea, wo zurzeit ein neues Technologiezentrum gebaut wird, und den USA überraschenderweise auch China. Kapitza führt das vor allem auf die hohe Qualität seiner Produkte zurück. „Top-Innovationen sind gesucht“, sagte der DMG-Chef. Besonders erfreulich sei auch die deutliche Erholung des italienischen Marktes. Italien sei nicht nur einer der größten Produktionsstandorte von DMG Mori, sondern auch „traditionell einer der wichtigsten Märkte“.

Auch die weiteren Hoffnungen des Bielefelder Werkzeugmaschinenbauers ruhen auf ausländischen Märkten. In Russland etwa stünden größere Aufträge aus, die im zweiten Halbjahr endgültig unter Dach und Fach gebracht werden könnten. Doch die Abschlüsse gestalteten sich zäh. „Die Russen prüfen aktuell alles zwei Mal“, sagt Kapitza mit Blick auf die Sanktionen. Das DMG-Werk in Russland werde aber wie geplant am 24. September eröffnet werden. Noch weiter in der Zukunft liegen für ihn dagegen Geschäfte mit dem Iran. „Es wird noch lange dauern und in diesem Jahr wohl keine Rolle spielen“, sagte Kapitza. Allerdings habe die Deckel Maho AG, die Gildemeister 1994 übernommen hat, viele Geschäfte mit Iran gemacht.

Das außereuropäische Geschäft insgesamt könnte zusätzlich noch von dem schwachen Euro profitieren. „Wenn der Euro um 1,10 Dollar verharrt, könnte das dem Geschäft noch einmal Schwung geben. Die Währung könnte zu einem Joker werden“, betont Kapitza. Mitte Juli notierte die europäische Gemeinschaftswährung zeitweise sogar noch deutlich unter dieser Marke.

Schon im ersten Halbjahr verzeichnete DMG Mori Impulse für die Geschäftsentwicklung vor allem aus den asiatischen Märkten und aus den USA. Der Umsatz erreichte 1,09 Milliarden Euro und übertraf damit den Vorjahreswert um fünf Prozent. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich auf 94,9 (90,2) Millionen Euro. Nach Steuern weist der Konzern ein Ergebnis von 45,3 (44,6) Millionen Euro aus.

Vorsichtig bleibt der DMG-Chef mit Blick auf die politischen Entwicklungen, insbesondere in Europa. Dennoch bestätigt er die Prognose für das laufende Geschäftsjahr. DMG strebt einen Auftragseingang von rund 2,4 Milliarden Euro und einen Umsatz von 2,25 Milliarden Euro an. Nach Einschätzung der DZ Bank ist die Prognose zurückhaltend. „DMG Mori hat seinen Ausblick für 2015 bekräftigt, was unserer Ansicht nach vorsichtig ist“, schreibt DZ-Analyst Jasko Terzic.

Ungeachtet des bisherigen Kursanstiegs – seit Ende 2011 hat sich der Kurs mehr als verdreifacht – rät der Experte erneut zum Kauf der Aktie; der faire Wert liege bei 34 Euro. Seit Mai pendelte die Aktie um 33 Euro.

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