Wettrennen mit Mercedes
Audi setzt zum Überholmanöver an

Der Kampf der Premium-Autobauer wird schärfer: Audi startet die Aufholjagd in der Oberklasse und setzt sich hohe Ziele. Im nächsten Jahr will das Unternehmen auf Augenhöhe mit Erzrivale Mercedes fahren. Neue Modelle und China sollen das Wachstum tragen.
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MÜNCHEN. Das kommende Jahr wird zum spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen der drei deutschen Premium-Autohersteller. Noch führt gemessen an den Absatzzahlen BMW vor Mercedes und Audi. Doch die Erzrivalen verschärfen den Wettbewerb und setzen sich ambitionierte Ziele - allen voran die VW-Tochter Audi. Das Unternehmen will im nächsten Jahr auf gleicher Höhe mit Mercedes fahren. Das kündigte Audi-Vertriebschef Peter Schwarzenbauer im Gespräch mit dem Handelsblatt an.

Seine Rechnung: Vor drei Jahren lag Audi noch 200 000 Autos hinter Mercedes, in diesem Jahr seien es noch gut 40 000, im nächste Jahr werde Audi Mercedes einholen. In dem Vergleich zählt er die zur Mercedes Car Group gehörende Kleinwagenmarke Smart nicht mit. Marktforscher wie IHS Global Insight sehen bereits dieses Jahr die Premiumanbieter eng beieinander. BMW (ohne Mini) wird den Prognosen zufolge 1,17 Millionen Autos verkaufen, Mercedes (ohne Smart) 1,14 Millionen und Audi 1,09 Millionen.

Die VW-Tochter schlägt die forschen Töne passend zur Einführung von zwei wichtigen Produkten an: Der neue Audi A6 soll ab Frühjahr in der Oberklasse gegen die Mercedes E-Klasse und den BMW 5er punkten. Bereits im Markt ist das Sportcoupé A7, von dem Audi in der ersten Generation 200 000 Stück verkaufen will. "Ich gehe davon aus, dass wir zwei Drittel der Kunden von anderen Marken erobern", sagt Schwarzenbauer.

Interne Niederlage im VW-Konzern

Die Attacke kommt aber auch in einem Moment, in dem Audi eine Niederlage im internen Machtspiel der Volkswagen-Gruppe einstecken muss. Am Dienstag entschied VW, dass im Konzern künftig Porsche und nicht Audi die Führung im Sportwagenbau einnehmen wird. Audi-Manager fürchten, dass Porsche bestimmt, wie sportlich Audi werden darf. Für Schwarzenbauer ist das kein Problem: "Audi ist und bleibt eine sportliche Premiummarke, die als solche ihre Position im Konzern hat", sagt er. Dafür hat Audi jetzt die Federführung bei großen Limousinen mit Frontantrieb.

Audi hat die Offensive nötig, denn auch das mittelfristige Ziel ist ambitioniert: bis 2015 Mercedes und BMW in den wichtigsten Kennziffern zu überrunden. In der Kompakt- und Mittelklasse mit dem A3 und dem A4 hat der Anbieter schon aufgeschlossen. Im Geschäft mit teuren Limousinen dominieren Daimler und BMW weiter das Geschäft. Mit dem Audi A8 ist noch kein Durchbruch gelungen: Laut IHS Global Insight wird der neu aufgelegte A8 in diesem Jahr 18 700-mal ausgeliefert. BMW und Mercedes verkaufen die 7er-Reihe und die S-Klasse jeweils mehr als dreimal so viel.

Audi hinkt in einer weiteren wichtigen Kennziffer hinterher: Nach den Berechnungen des Autoprofessors Ferdinand Dudenhöffer erlöst Mercedes mit fast 42 000 Euro pro Fahrzeug fast 10 000 Euro mehr als Audi. "Wir werden diese Lücke bis 2015 schließen", verspricht Audi-Manager Schwarzenbauer.

Immerhin: Die Renditen bei Audi sind mit aktuell 8,7 Prozent höher als bei den Konkurrenten. Audi profitiert allerdings davon, dass die Entwicklungskosten mit anderen Marken im VW-Konzern geteilt werden.

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  • Früher war Audi (Audi 100 / A6 ) noch bezahlbar. Jetzt sind die Preise auch schon im 7. Himmel und für viele unerreichbar bzw. bezahlbar. Warum weigert man sich zur Kenntnis zu nehmen, nicht jeder Käufer ist ein Herr Siemens bzw. ein banker?

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