Wichtiges Medikament
Sanofi-Aventis unterliegt in Patentstreit

Der französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis hat in den Vereinigten Staaten in einem wichtigen Patentstreit um sein Milliardenmedikament Lovenox einen Rückschlag erlitten.

dpa-afx PARIS. Ein Bezirksgericht im US-Bundesstaat Kalifornien (District Court for the Central District of California) habe sich in der Verhandlung einer Patentverletzungsklage gegen die beiden Generikahersteller Amphastar und Teva Pharmaceuticals gegen Sanofi-Aventis ausgesprochen, teilte der Konzern am Freitag mit. Die Nachricht sorgte an der Börse für Abgabedruck. Die im Eurostoxx 50 notierte Aktie sackte zuletzt mit einem Minus von 2,51 Prozent auf 66,10 Euro an das Ende des Börsenbarometers.

Sanofi-Aventis kündigte an, derzeit weitere gerichtliche Schritte zu prüfen, um das Patent von Lovenox zu verteidigen. Der US-Arzeimittelbehörde FDA liegen derzeit Anträge auf Zulassung eines Lovenox-Generikums von mehreren Generikafirmen vor. Eine Zulassung wurde laut Sanofi-Aventis bisher noch nicht erteilt. "Es wäre schlimmer für Sanofi-Aventis, wenn bereits ein Generikum zu Lovenox auf dem Markt wäre, dies ist derzeit aber noch nicht der Fall", sagte ein Analyst der LBBW in einer ersten Einschätzung. Er erwarte in der kommenden Woche bei Vorlage der Bilanz (13. Februar) Aussagen zur Strategie in den Patentstreitigkeiten um Lovenox.

Das Thrombosemittel Lovenox ist mit einem Umsatz von 1,821 Mrd. Euro in den ersten neun Monaten des abgelaufenen Geschäftsjahres das umsatzstärkste Medikament des französischen Pharmakonzerns. In der Regel brechen dem Hersteller des Originalmedikaments beim Verkauf einer billigeren Generikaversion innerhalb weniger Monate zwischen 60 und 80 Prozent des Umsatzes weg.

Im vergangenen Jahr hatte Sanofi-Aventis auch die Generika-Tochter des Schweizer Pharmakonzerns Novartis in den USA wegen ihrer Generika-Konkurrenz zu Lovenox verklagt. Sanofi-Aventis strebe wegen Patentverletzung eine gerichtliche Verfügung an, um die Einführung des Generikums zu verhindern, hieß es damals. Sandoz hatte in den USA die Zulassung einer Nachahmerversion von Lovenox beantragt. Zwei Lovenox-Patente gelten Sanofi zufolge allerdings noch bis zum 14. Februar 2012.

Auch beim zweitstärksten Medikament, dem Blutverdünner Plavix, muss sich Sanofi-Aventis gegen die Konkurrenz von Generikaherstellern behaupten. Seit längerem streiten sich der Sanofi-Aventis-Partner Bristol Myers-Squibb (BMS) und Sanofi-Aventis mit dem kanadischen Generika-Hersteller Apotex über eine billigere Version von Plavix. Vergangenen Sommer begann Apotex mit dem Verkauf einer Nachahmerversion, wogegen BMS rechtlich vorging. Im Dezember errangen BMS und Sanofi-Aventis vor dem US-Gericht "Court of Appeals for the Federal Circuit" einen Teilerfolg. Die im August ausgesprochene einstweilige Verfügung gegen Apotex wurde damals bestätigt.

Plavix, dessen Patent eigentlich noch bis 2011 gilt, lieferte Sanofi-Aventis in den ersten neun Monaten 2006 einen Umsatz von 1,688 Mrd. Euro. Zahlen für das Geschäftsjahr 2006 will der französische Pharmakonzern am 13. Februar vorlegen. In den USA brach der Plavix-Umsatz nach Aussage von Partner Bristol-Myers im vierten Quartal bereits um 62 Prozent ein.

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