Wiedeking sieht bei VW „noch viele Baustellen“
VW steuert auf Hauskrach zu

Kritische Anmerkungen von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking zum VW-Haustarifvertrag hatten vergangene Woche eine gereizte Reaktion der Gewerkschaft ausgelöst. Heute äußerte sich auch Volkswagen-Chef Martin Winterkorn zu dem Thema. Er kündigte zwar gezielte Sparmaßnahmen an, stellte sich aber auch vor seinen Betriebsrat – und damit gegen den Hauptaktionär.

HB FRANKFURT. Europas größter Autohersteller Volkswagen hat angesichts steigender Absatzzahlen seine Gewinnziele bekräftigt, drückt aber weiterhin auf die Kostenbremse. Für 2007 rechnet der Vorstand fest mit einem Vorsteuergewinn von mindestens 5,1 Milliarden Euro. Die VW-Belegschaft müsse sich im kommenden Jahr aber auf neue Sparmaßnahmen einstellen, damit der Konzern sein Ergebnis weiter nach oben schrauben könne, kündigten VW-Chef Martin Winterkorn und sein Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch am Dienstag zur Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt an.

„Unser Ziel ist profitables Wachstum“, sagte Winterkorn. Die Beschäftigten müssten dabei mitgenommen werden, betonte der VW-Chef zu den jüngsten Diskussionen um Äußerungen des Vorstandsvorsitzenden von VW-Großaktionär Porsche Wendelin Wiedeking über Mitbestimmung und Arbeitnehmerrechte bei VW. Winterkorn sagte, man könne die Beschäftigten nur dann dazu bringen, die Optimierung von Arbeitsprozessen und Erhöhung der Effizienz mitzutragen, wenn man ihnen klar mache, dass ihre Arbeitsplätze nicht verloren gehen. „Wir diskutieren unseren Haustarif nicht“, betonte Winterkorn. Auch Pötsch sagte, der Haustarifvertrag biete genügend Sparpotenzial.

Porsche-Vorstandschef Wendelin Wiedeking hatte zuvor deutliche Kritik am Zustand des VW-Konzerns geübt. „Der VW-Konzern hat noch viele Baustellen“, sagte der Manager am Dienstag in Frankfurt. Als Beispiele nannte er die Angebotspalette, die noch „ausgeweitet werden“ könne, sowie die Abstimmung der Konzernmarken untereinander: „Da kann noch viel optimiert werden“, sagte Wiederking. Gleichzeitig lobte er die Arbeit von VW-Chef Martin Winterkorn: „Der macht einen tollen Job mit seinem Team.“

Porsche ist mit 31 Prozent der Aktien Hauptaktionär von Volkswagen. Außerdem verfügt der Sportwagenbauer über zusätzliche Aktienoption. „Wir haben genügend Optionen, um unseren Anteil ordentlich zu erhöhen“, sagte Wiedeking. Eine genaue Zahl der Optionen nannte er nicht.

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