Wieder Milliardenverlust
Henderson sieht GM am „Scheideweg“

Die ums Überleben kämpfende Opel-Mutter General Motors steckt weiter tief in den roten Zahlen. Im ersten Vierteljahr erlitt der US-Autobauer einen Verlust von sechs Milliarden Dollar - fast doppelt so viel wie vor einem Jahr. Konzernchef Henderson fand klare Worte für die Lage.

HB DETROIT. Der ums Überleben kämpfende General-Motors-Konzern rast mit dem weiteren Milliardenminus immer tiefer in die Krise. Der erneute Riesenverlust im ersten Quartal ist bereits der achte in Folge. Seit Anfang 2005 hat der größte US-Autobauers damit ein Minus von insgesamt 88 Milliarden Dollar (66 Mrd Euro) eingefahren. GM stehe am "Scheideweg", sagte Konzernchef Fritz Henderson am Donnerstag in Detroit (US-Staat Michigan).

Aufgrund der weltweiten Absatzkrise brach der Umsatz fast um die Hälfte ein. Das Ergebnis zeige, dass GM dringend einen Sanierungsplan brauche, räumte Finanzvorstand Ray Young am Donnerstag ein. Insgesamt verbrannte GM im ersten Quartal über zehn Milliarden Dollar. Auch die Sparte GM Europe, die größtenteils aus Opel besteht, schrieb einen Milliardenverlust. Der Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz griff den Mutterkonzern in diesem Zusammenhang scharf an.

Analysten hatten aufgrund der Autokrise mit einem hohen Fehlbetrag gerechnet. Der bereinigte Verlust fiel sogar etwas geringer aus als vom Markt erwartet. Auch der Umsatzeinbruch auf 20,4 Milliarden Dollar überraschte Experten nicht. Wichtiger als die Ergebnisse sei es, dass GM im Rahmen seines Sanierungsplans Eingeständnisse von der Autogewerkschaft UAW sowie den Gläubigern erreiche, sagten Analysten.

Im Ringen um einen Rettungsplan konnte GM jedoch keine nennenswerten Fortschritte verkünden. Bisher habe sich der Konzern nicht mit der größten Gewerkschaft UAW oder dem Finanzministerium geeinigt, sagte Finanzchef Young. Die US-Regierung hat General Motors in den vergangenen Monaten mit Staatshilfen von rund 15 Milliarden Dollar am Leben gehalten. GM muss den Autoexperten von Präsident Barack Obama bis zum 1. Juni ein neues Sanierungskonzept vorlegen - entscheidend sind hierbei vor allem große Zugeständnisse von Gläubigern und Arbeitnehmern.

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