Windkraft
Repower hofft auf Geschäfte in den USA

Der indische Konzern Suzlon besitzt rund 90 Prozent des deutschen Windkraft-Spezialisten Repower. Trotzdem beherrschen die Inder das Unternehmen nur eingeschränkt. Gläubigerbanken hatten ihren Einfluss beschnitten. Jetzt wollen die Deutschen in den USA wachsen. Die Hintergründe.

FRANKFURT. Der Windkraftanlagenbauer Repower gehört zum Reich von Suzlon-Gründer Tulsi Tanti. Ungehindert schalten und walten kann er bei dem Hamburger Unternehmen aber nicht, obwohl der indische Konzern 91 Prozent von Repower hält. Auf Druck der Gläubigerbanken musste Tulsi Tanti im vergangenen Jahr einen bereits vereinbarten Beherrschungsvertrag zwischen den Konzernen wieder auflösen. Andernfalls hätte Repower einen Kredit über 600 Mio. Euro nicht erhalten.

Mit dem Geld wollen die Norddeutschen die Kapazitäten ausbauen, um die Position auf den Märkten Europas und Nordamerikas zu stärken. Denn der Konkurrenzdruck steigt. Anbieter wie General Electric und auch Vestas wollen in das von Repower besetzte Feld - die Produktion von Offshore-Windkrafträdern – eindringen. Neben der Suzlon-Tochter gilt bislang nur die Siemens AG in dem wichtigen Zukunftsmarkt als Anbieter von Format. Repower-Chef Per Hornung Pedersen muss nun sehen, dass sein Unternehmen nicht abgehängt wird. Denn Siemens, General Electric und auch Vestas verfügen über größere Etats für Forschung und Entwicklung. Zudem sind sie mit ihren Vertriebsmannschaften auf mehr Märkten präsenter.

Eine engere Einbindung in das Netz von Suzlon etwa auf dem amerikanischen Markt wäre hilfreich. Ohne Beherrschungsvertrag geht dies aber nur bedingt. Würde der Vorstand von Repower aber nicht mehr nur im Sinne des eigenen Unternehmens handeln, sondern Anweisungen aus der Suzlon-Zentrale in Mumbai folgen, würde er sich strafbar machen. Der Grad ist schmal, auf dem Pedersen und seine Vorstandskollegen wandern. Und unter den Aktionären gibt es einige, die der Führung ganz genau auf die Finger schauen.

Um Repower endgültig unter seine Fittiche zu nehmen, wird Tulsi Tanti die Gesellschaft wohl komplett übernehmen. Allerdings ist völlig unklar, wann ein solches Übernahmeangebot kommt. Denn Suzlon konnte den Erwerb weiterer Repower-Anteile vor wenigen Monaten nur mit Mühe stemmen. Einige Zeit sah es so aus, als ob sich der Inder sogar übernommen hätte. Erst mit einem Zuschuss aus der Privatkasse von Tanti konnte Suzlon den Kauf eines Aktienpakets von der portugiesischen Martifer stemmen.

Im Jahr 2007 sah die Lage noch ganz anders aus. Scheinbar ohne Mühe entschied Suzlon das Bieterrennen um die Hanseaten mit dem französischen Atomkonzern Areava für sich. Seitdem wartet der Markt auf eine Übernahmeofferte für die noch ausstehenden Anteile. Die Aktie notiert trotz der zuletzt schwachen Geschäftsentwicklung beharrlich über der Marke von 100 Euro.

Dabei musste auch Deutschlands drittgrößter Windkraftanlagenbauer genau wie die Konkurrenz im abgelaufenen Quartal Federn lassen. Grund ist die Zurückhaltung der Banken bei der Finanzierung neuer Projekte. Der Umsatz kletterte in den Monaten April bis Juni zwar um ein Drittel auf 301 Mio. Euro. Zugleich fiel der Überschuss von 5,9 Mio. Euro im Vorjahr auf nun 2,2 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr peilt Pedersen nun das untere Ende der Prognosespanne von 1,4 bis 1,5 Mrd. Euro an.

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