Windkraftanlagenbauer
Nordex expandiert in den USA

Der Windkraftanlagenbauer Nordex expandiert auf dem US-Markt. Der Aufsichtsrat segnete mit einigen Monaten Verzögerung die Pläne für den Bau einer Fabrik im US-Bundesstaat Arkansas ab, wie das Unternehmen gestern mitteilte. Mit dem Werk will Vorstandschef Thomas Richterich die Grundlage für den Ausbau des Nordamerikageschäfts schaffen.

FRANKFURT. Bislang ist die Nordex AG, an der die Milliardärin Susanne Klatten mit 22 Prozent beteiligt ist, nur schwach auf dem wichtigsten Wachstumsmarkt der Windbranche vertreten. Im laufenden Geschäftsjahr soll der Anteil am Gesamtumsatz immerhin auf zehn Prozent von 1,2 Mrd. Euro steigen. Mit der Fabrik will Richterich künftig jeden fünften Euro in den USA verdienen.

Der Nordex-Chef hatte wegen der gedämpften Marktaussichten bei der US-Expansion das Tempo rausgenommen. Nachdem die USA im vergangenen Jahr Deutschland als größten Windmarkt abgelöst hatten, rechnen Experten für 2009 mit einem Einbruch. Laut der Marktforschungsgesellschaft Make wird die installierte Leistung um fast ein Fünftel auf 7 270 Megawatt sinken.

Erst im kommenden Jahr soll das Geschäft wieder anziehen, weil dann höhere Zuschüsse die Nachfrage befeuern. Präsident Barack Obama weitet die Nutzung von erneuerbaren Energien erheblich aus.

Davon will Nordex profitieren, um seine Wachstumsziele zu erfüllen. Auch wenn Richterich die Prognose für 2009 zurücknehmen musste, peilt er für die Zukunft ein Zuwachs von 50 Prozent jährlich an. Anders kann Nordex den Anschluss an die Weltspitze nicht halten. In Deutschland belegt Nordex mit einem Marktanteil von 2,2 Prozent nur den fünften Platz, weltweit mit 3,8 Prozent Rang zehn. Dominiert wird der Markt von den Schwergewichten Vestas, General Electric und Enercon.

In das neue Werk investieren die Norddeutschen rund 100 Mio. Euro. Zunächst errichten sie ein Montagewerk für Turbinen, später folgt ein zweites Werk zur Rotorblattfertigung. Die Produktion soll in der zweiten Hälfte kommenden Jahres anlaufen. Die Jahreskapazität soll bei 300 Turbinen liegen, was einer Leistung von 750 Megawatt entspricht.

Einen Teil der Investitionen hofft Nordex durch Steuererleichterungen erstattet zu bekommen. „Die Nettokosten für das Werk werden nicht bei 100 Mio. Euro liegen“, sagte ein Sprecher. Den Zuschlag für Arkansas begründete er mit der zentralen Lage in den USA sowie der Nähe zu Lieferanten.

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